Donnerstag, 28. Juni 2018

Heute wird es blutig ... Zwei englische Buchtipps! ( „Nevernight" und „Stalking Jack the Ripper")

Hallo ihr Lieben!
Wie der Titel des Beitrags schon verrät: Heute wird es blutig ...
Ich möchte euch gerne zwei englische Bücher vorstellen, die definitiv nichts für schwache Nerven sind, die mir aber dennoch sehr gut gefallen haben!
Vielleicht habt ihr ja schon einmal eines davon gesehen oder  sogar schon gelesen?
Ich wünsche euch wie immer viel Spaß!





Autor: Jay Kristoff
Verlag: Harper Voyager UK
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 480
ISBN 978-0008179984
Preis: ca. 7-10€ (Taschenbuch/ Paperback)

Inhalt:
Mia Corvere is only ten years old when she is given her first lesson in death.
Destined to destroy empires, the child raised in shadows made a promise on the day she lost everything: to avenge herself on those that shattered her world.
But the chance to strike against such powerful enemies will be fleeting, and Mia must become a weapon without equal. Before she seeks vengeance, she must seek training among the infamous assassins of the Red Church of Itreya.
Inside the Church's halls, Mia must prove herself against the deadliest of opponents and survive the tutelage of murderers, liars and daemons at the heart of a murder cult.
The Church is no ordinary school. But Mia is no ordinary student.


Meine Meinung:
Nachdem ich schon so viele begeisterte Stimmen zu „Nevernight" gehört habe und der Autor mich außerdem mit „Illuminae" mehr als begeistern konnte, habe ich mich riesig auf das Buch gefreut und war  sehr gespannt, was mich erwarten würde.


Direkt einen Eindruck hinterlassen hat bei mir die außergewöhnliche Erzählweise, die für Jay Kristoff ebenso charakteristisch scheint wie sein Hang zum Blutigen (aber dazu später mehr): Sein wirklich genialer Schreibstil kommt schon im ersten Kapitel auf eindrucksvolle Weise zum Ausdruck, indem er mit der Sprache und mit seinen Worten spielt und sozusagen zwei völlig unterschiedliche und doch irgendwie ähnliche Ereignisse parallel und mit nahezu der gleichen Wortwahl schildert. Später beweist er vor allem durch den häufigen Gebrauch von oft ellenlangen Fußnoten, wie anders als andere Autoren er doch ist.
Mit diesen Fußnoten, die zu den mit am häufigsten diskutierten Aspekten dieses Buches gehören, ist es wohl so: Entweder man liebt sie - oder man hasst sie. Ich fand sie am Anfang eher gewöhnungsbedürftig, habe mich nach und nach aber immer mehr damit angefreundet. Sie liefern nämlich nicht nur wichtige oder auch weniger wichtige, dafür aber nicht minder interessante Hintergrundinformationen, sondern enthalten überdies oft Kommentare und Anmerkungen des Erzählers (der in irgendeinem Verhältnis zu Protagonistin Mia steht/ stand, man erfährt allerdings nicht seine Identität), der auf diese Weise sozusagen seinen Senf zum Geschehen dazugibt.
Die Erzählung hat außerdem einen altmodischen Anklang mit einer gehörigen Portion schwarzem Sarkasmus. Das muss man auch mögen.


Es ist geradezu faszinierend, wie der Autor es schafft, dem Leser die verschiedenen Lebenswege der Figuren zu schildern - und die meisten werden beim Lesen vermutlich über sich selbst den Kopf schütteln, denn es ist fast schon unheimlich, wie authentisch und sympathisch viele der Charaktere wirken, trotz der Tatsache, dass sie alle Mörder und Assassinen und teilweise vermutlich auch ziemlich psychisch gestört sind.
Eins muss man aber bedenken: Der Autor tendiert eindeutig dazu, alle Figuren, die man irgendwie ins Herz schließen könnte, schreckliche Qualen zu leiden oder sterben zu lassen - oder auch beides.
Auch sonst ist das Buch emotional aufwühlend und oft vor Spannung gar nicht mehr aus der Hand zu legen.


Die Welt, die Jay Kristoff hier geschaffen hat, erinnert nicht nur entfernt an das alte Rom, sondern ist auch vielschichtig und faszinierend und außerdem auf ihre eigene Weise irgendwie gesellschaftskritisch. Die Orientierung in diesem High-Fantasy-Universum mag am Anfang vielleicht etwas schwierig sein, wird einem aber durch die wunderschön illustrierten Karten zu Beginn des Buches aber deutlich erleichtert.


Sprachlich gesehen war das Buch schon eine kleine Herausforderung für mich. Gerade zu Anfang der Geschichte war ich mit vielen der zum Teil erfundenen Begriffe nicht vertraut und ich musste öfters mal das Wörterbuch zur Hand nehmen. Empfehlen würde ich die englische Ausgabe nur für die, die sich auch sicher im englischen Sprachraum bewegen. Alle anderen sollten dann vielleicht doch eher zur deutschen Übersetzung greifen.
Ich für meinen Teil freue mich jetzt erst einmal riesig auf Teil 2, der wohl auch bald bei mir einziehen darf.

Fazit:
Für schwache Nerven ist „Nevernight" definitiv nichts. Es wird düster, blutig und brutal, aber auch atemberaubend spannend und es ist geradezu unmöglich, nicht mitzufiebern. Ich bin begeistert!

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✤✤✤


Autorin: Kerri Maniscalco
Verlag: Jimmy Patterson
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 352
ISBN 978-0316273510
Preis: ca. 7 - 12€ (Taschenbuch/ Paperback)

Inhalt:
Seventeen-year-old Audrey Rose Wadsworth was born a lord's daughter, with a life of wealth and privilege stretched out before her. But between the social teas and silk dress fittings, she leads a forbidden secret life.
Against her stern father's wishes and society's expectations, Audrey often slips away to her uncle's laboratory to study the gruesome practice of forensic medicine. When her work on a string of savagely killed corpses drags Audrey into the investigation of a serial murderer, her search for answers brings her close to her own sheltered world.

Meine Meinung:
Was für den einen oder anderen sicherlich schon zu Beginn zu einem Stocken des Leseflusses führen wird, sind die vielen medizinischen Fachbegriffe, die schon auf den ersten Seiten auftauchen und sich im Laufe der Zeit aber immer mehr einprägen. Am Anfang wird man, sofern Medizin nicht gerade das eigene Fachgebiet ist, auf jeden Fall einiges nachschlagen müssen - bei mir jedenfalls war es so. Nach und nach fällt es jedoch immer leichter, diese Begriffe einzuordnen (dabei lernt man übrigens auch eine erstaunliche Anzahl an Synonymen für das Wort  „Eingeweide" ...) und das Buch liest sich flüssiger. Es ist und bleibt jedoch anatomisch ziemlich genau und da es im großen und ganzen um Morde und deren Aufklärung geht, sollte man als Leser weder ein Problem mit Leichen noch mit deren medizinischer Untersuchung haben. (Letztendlich ist dieses Buch übrigens alles andere als morbide: Im Gegenteil, es wird gezeigt, wie wichtig gewisse Studien der damaligen Zeit für den heutigen Fortschritt der Wissenschaft waren und immer noch sind.)


Trotz der wissenschaftlichen Ebene kann ich nicht über fehlende Spannung klagen - im Gegenteil. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung meist konstant gehalten wird, und wenn die Handlung dann doch etwas abflacht, so passiert in dieser Zeit viel Zwischenmenschliches.
Audrey Rose und Thomas haben mir als Protagonisten sehr gefallen. Obwohl ich am Anfang nicht ganz schlau aus ihr geworden bin, so hat mich Audrey Rose durch ihre rebellische, unabhängige und dem damaligen Zeitgeist so gar nicht entsprechende feministische Art von Seite zu Seite mehr beeindruckt. Ich kann nur sagen: Bitte mehr Figuren dieser Art!
Und Thomas ... nun, der ist eine Klasse für sich. Er und Audrey lernen sich bei deren Onkel, der die Leichen der Opfer des mysteriösen Jack the Ripper untersucht, kennen und bilden zugleich ein dynamisches Ermittlerduo, das gegensätzlicher nicht sein könnte - und gleichzeitig sind sie sich unglaublich ähnlich. Vom Charakter her hat mich der junge Herr mit seiner besserwisserischen, aber gleichzeitig auch charmanten Art sehr an Sherlock Holmes, wie er in der BBC-Serie (die ich LIEBE!) dargestellt wird, erinnert.


Auch aus historischer Sicht konnte mich das Buch faszinieren. Ich habe London als Stadt ja schon immer geliebt und es war eine ganze eigene Erfahrung für sich, ins England des Jahres 1888 katapultiert zu werden. Die Autorin scheint sehr ausführlich recherchiert zu haben, sodass nicht nur die Umgebung, sondern auch die gesamte gesellschaftliche Situation sehr authentisch wirkt. Ich finde es außerdem klasse, wie reale, historische Elemente hier mit fiktiven verbunden werden!
Das Mysterium Jack the Ripper ist für die Menschen seit jeher ebenso faszinierend wie abschreckend. Dieses Buch verarbeitet nur eine der vielen Mythen und macht daraus einen Krimi bzw. Thriller, in dem das Lösen der Mordfälle im Vordergrund steht. Leider erschienen mir einige „Erkenntnisse" der Ermittlungen nicht ganz nachvollziehbar und ich hätte mir da an der einen oder anderen Stelle bessere Erklärungen gewünscht.
Natürlich läuft es auch darauf hinaus, dass wir erfahren, wer die ganzen unschuldigen Frauen auf so grausame Weise umgebracht hat und warum. Selbstverständlich kommt man als Leser nicht umhin, seine ganz eigenen Theorien zu entwickeln.
Im Laufe der Geschichte hatte ich immer mal wieder kleinere Verdachte, auf einen „Hauptverdächtigen" hatte ich mich allerdings recht schnell festgelegt, da alles andere irgendwie nicht ganz stimmig wirkte. Kurz gesagt: Ich hatte recht mit meinem Verdacht und deshalb war der Überraschungsmoment, als Audrey schließlich dem Ripper leibhaftig gegenübersteht, für mich nicht allzu groß. Dennoch hätte ich nicht mit den Beweggründen gerechnet, die diese Person tatsächlich angetrieben haben.


Das Ende ist in sich geschlossen, gibt aber gleichzeitig eine Aussicht auf Band zwei. Dieser spielt in Rumänien und es geht um den scheinbar von den Toten auferstandenen Graf Dracula ... ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es da mit Audrey Rose und Thomas weitergeht! Vielleicht sehen wir die Reihe ja irgendwann auch auf dem deutschen Markt?

Fazit:
Dieses meiner Meinung nach sehr genreuntypische Jugendbuch nähert sich dem Mysterium Jack the Ripper auf eine ganz andere Weise, als man es vielleicht bis jetzt kennt. Dazu kommen Figuren, die ziemlich untypisch sind für die damalige Zeit und die man einfach gernhaben muss. Das Buch kann ich wirklich sehr empfehlen für alle, die sich gerne gruseln!


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Kommentare:

  1. Zwei absolute Highlights in einem Post <3
    Ich bin in beiden Büchern teilweise an meine Grenzen gekommen, was Blut anging, aber ich bin doch recht stolz auf mich :)
    Ich bin übrigends super froh, dass dir beide Geschichten gefallen haben!

    LG Neetje

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  2. Hallo :)

    Als ich "Nevernight" gelesen habe, wurde ich ganz neugierig auf deine Meinung. Ich bin in den letzten Wochen öfter über den Titel gestolpert und während "Illuminae" noch bei mir rumsubbt, hat es "Nevernight" bislang noch nicht auf meine Wunschliste geschafft. Das was du schreibst, klingt aber unglaublich vielversprechend. Düster, blutig und brutal ist immer gut :D Und wenn ein Autor nicht sonderlich zimperlich mit seinen Charakteren umgeht - umso besser! :D

    Liebe Grüsse ♥
    paperlove von between the lines.

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