Dienstag, 12. Juni 2018

Eine Fantasywelt kurz vor dem Untergang und ein Experiment, das wahre Liebe erzeugen soll: „Die fünf Gaben" und „36 Fragen an dich"



Hallo ihr Lieben!
Heute möchte ich euch zwei völlig unterschiedliche, auf ihre eigene Art und Weise aber jeweils besondere Bücher vorstellen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!




Autorin: Rebecca Ross (aus dem Englischen von Anne Brauner und Susanne Friedrich)
Verlag: Carlsen
Seiten: 496
ISBN 978-3-551-58363-5
Preis: 19,99€ (Hardcover mit Schutzumschlag)

Inhalt:
Wie jedes Mädchen im Haus Magnalia fiebert Brienna der Sommersonnenwende entgegen. Denn dann wird sie zur Berufenen erklärt und kann ein neues Leben bei einem Gönner beginnen. Sie lässt sich auf das Angebot eines Lords aus dem Norden ein, auch wenn sie dafür schweren Herzens von ihrem Lehrer, Master Cartier, Abschied nehmen muss. Kaum ist sie jedoch im Reich Maevana angekommen, steht mehr als ihr Glück auf dem Spiel: Mit ihrer besonderen Gabe soll sie den König stürzen und somit ihre Vorfahren verraten. Als sie Cartier schließlich wiederbegegnet, muss sie sich entscheiden, ob sie ihrer Familie oder ihrem Herzen die Treue hält.

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, meine Erwartungen an das Buch waren nicht besonders hoch. Der Klappentext ließ vermuten, dass es sich bei „Die fünf Gaben" sowohl um eine 0815-Fantasygeschichte als auch um ein wirklich vielversprechendes und außergewöhnliches Abenteuer handeln konnte.
Das Potenzial in dem Buch habe ich auf jeden Fall gesehen - und dementsprechend versucht, möglichst unvoreingenommen an die Geschichte heranzugehen.
Was mich von vorneherein etwas irritiert hat, ist die Tatsache, dass das Ganze in einer Fantasywelt spielt, es aber keine Karte zur Orientierung gibt. Dadurch fiel es mir am Anfang oft schwer, mich zu orientieren bzw. zurechtzufinden. Das wurde im Laufe der Zeit besser.
Sehr hilfreich bei den vielen Namen und Häusern waren die Stammbäume ganz zu Anfang des Buches. Beim Durchblättern bin ich allerdings unfreiwillig auf einen Spoiler bezüglich der Herkunft der Protagonistin gestoßen, was das Lesevergnügen bei mir etwas gedämpft hat. Wenn solche Aufzeichnungen Spoiler enthalten, so sollte man diese eher an das Ende des Buches packen oder wenigstens eine kleine Warnung vorweg geben. Sonst weiß man nämlich ganz schnell etwas, das man eigentlich nicht wissen wollte.
Ich will mich aber auch gar nicht länger darüber beschweren, denn inhaltlich konnte mich das Buch  auf jeden Fall überzeugen! Die Charaktere sind überraschend vielschichtig - einzig bei der Protagonistin Brienna fehlte mir teilweise das gewisse Etwas -, die Handlung baut den Spannungsbogen gekonnt auf und es wird an einigen Stellen sogar richtig emotional.
Einzig und allein das Ende erschien mir etwas hastig herbeigeführt und der Showdown hätte besser ausgearbeitet werden können. Ansonsten hat mir die Geschichte aber wirklich gut gefallen und ich bin froh, sie gelesen zu haben!

Fazit:
Trotz kleinerer Schwächen überzeugt „Die fünf Gaben" nicht nur durch eine wunderschöne Aufmachung, sondern auch durch eine gut durchdachte Handlung. Sehr empfehlenswert für alle Fantasy-Fans.

Vielen Dank an Bücher Wenner und den Carlsen-Verlag für das Leseexemplar!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung in keinster Weise verändert oder beeinflusst.)

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✤✤✤


Autorin: Vicki Grant (aus dem Amerikanischen von Astrid Finke)
Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 336
ISBN  978-3-453-27165-4
Preis: 14,00€ (Klappenbroschur)

Inhalt:
Hildy und Paul, beide 18, nehmen an einem psychologischen Experiment teil: die wissensdurstige, aber etwas chaotische Hildy aus Interesse und tausend anderen Gründen. Paul aus einem einzigen: weil er die Teilnahme bezahlt bekommt. Und so sitzen sich die beiden in einem kargen Universitäts-Raum gegenüber und stellen sich Fragen, die zwischen ihnen Liebe erzeugen sollen. Fragen, die zunächst scheinbar banal sind („Wie sähe ein perfekter Tag für dich aus?") und dann immer persönlicher werden („Was ist deine schlimmste Erinnerung?"). Fragen, die Hildy im wahren Leben nie jemandem wie Paul stellen würde, dem gut aussehenden Typ, der sich für nichts und niemanden interessiert, am wenigsten für Hildy. Oder?

Meine Meinung:
Die Grundidee hat mich wirklich neugierig gemacht und ich finde die Idee, einen fiktiven Roman über ein tatsächlich existierenden Sozialexperiments zu schreiben, einfach klasse!
An der Umsetzung habe ich leider ein paar Dinge zu kritisieren: Die Charaktere erschienen mir etwas flach und vorhersehbar, außerdem hat sich die Handlung, die sozusagen aus zwei Teilen besteht, etwas gezogen. Es gibt sowohl ganze Textpassagen als auch Abschnitte, die im Chatstil geschrieben sind und sich ausschließlich mit der Beantwortung der 36 Fragen beschäftigen. Diese waren meiner Meinung nach deutlich humorvoller und unterhaltsamer als die Kapitel, die Fließtext enthielten, denn diese wirkten oft eher wie ein Lückenfüller und waren für den Lesefluss eher hinderlich.

Obwohl viele Zufälle eher konstruiert wirkten und die Erzählung stellenweise zu oberflächlich blieb, konnte mich das Buch gut unterhalten. Als leichte, lustige Lektüre für zwischendurch ist es auf jeden Fall zu empfehlen, aber wer sich etwas psychologisch Tiefgründiges erhofft, ist hier leider nicht ganz richtig.

Fazit:
„36 Fragen an dich" ist eine lockere, humorvolle Liebesgeschichte für zwischendurch, die sich teilweise etwas in die Länge zieht, aber dennoch mit Sicherheit für den einen oder anderen Lacher sorgt. Die Idee mit den 36 Fragen, die zwischen zwei völlig Fremden eine Beziehung aufbauen sollen, finde ich wirklich großartig - nur an der Umsetzung hapert es hier teilweise.

Vielen Dank an Bücher Wenner und den Heyne-Verlag für das Leseexemplar!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung in keinster Weise verändert oder beeinflusst.)

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