Mittwoch, 2. Mai 2018

„Scythe - Der Zorn der Gerechten" und „Dear Martin": Zwei spannende und gesellschaftskritische Bücher

Hallo ihr Lieben!
Heute möchte ich euch gerne zwei Jugendbücher vorstellen, die mich sehr zum Nachdenken angeregt haben. „Scythe - Der Zorn der Gerechten" ist die Fortsetzung von „Scythe - Die Hüter des Todes" (klickt hier für meine Rezension). Band 1 konnte mich mehr als überzeugen, aber ob der zweite Teil da mithalten kann?
In „Dear Martin" geht es vor allem um Rassismus und wie dieser unser Leben prägt, manchmal ganz ohne dass wir es merken.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!



Autor: Neal Shusterman (aus dem Englischen von Kristian Lutze und  Pauline Kurbasik)
Verlag: Fischer FJB
Teil einer Reihe: 2/3
ISBN  978-3-7373-5507-0
Preis: 19,99€ (Hardcover mit Schutzumschlag)

Inhalt:
Citra hat es geschafft.
Sie wurde auserwählt und als Scythe entscheidet sie jetzt, wer leben darf und wer sterben muss.
Doch als wenn das nicht schon schwer genug wäre, übernehmen skrupellose Scythe die Macht und stellen neue Regeln auf. Die wichtigste Regel lautet, dass es ab jetzt keine Regeln mehr gibt.
So beginnt Citras Kampf für Gerechtigkeit.
Ein Kampf, den sie nur gemeinsam gewinnen kann mit ihrer großen Liebe Rowan.


Meine Meinung:
Nachdem Teil 1 so furios und spannend endete, fiel mir der Einstieg in „Der Zorn der Gerechten" zunächst etwas schwer. Gerade den Anfang des Buches finde ich eher etwas schwächer - vermutlich deshalb, weil ich so hohe Erwartungen hatte.
Schon bald war ich aber wieder gefangen in der Geschichte und der Autor konnte mich mit seinem Schreibstil und der faszinierenden Welt vollkommen in seinen Bann ziehen. Es gibt nicht nur atemlos spannende Momente, sondern auch die Charaktere entwickeln sich spürbar weiter und haben es mit ganz neuen Schwierigkeiten zu tun. In der Welt der Scythe bahnt sich Krieg an - das Scythetum ist gespalten und die Herausforderungen, denen sich die Protagonisten stellen müssen, sind größer denn je.

Aufgelockert und vielschichtiger gemacht wird die Handlung dabei erneut durch Perspektivenwechsel und kleine Zwischensequenzen. Letzteres waren in „Die Hüter des Todes" noch Tagebucheinträge verschiedener Scythe, die ich zunächst etwas vermisst habe. Doch nachdem ich mich an die „Gedankenwelt" des Thunderhead - ein riesiger Computer, der die Menschheit zu ihrem Wohl kontrolliert und dessen Rechenkraft unendlich ist -, aus der wir immer wieder kleinere Ausschnitte erhalten, gewöhnt habe, konnte mich diese ebenso faszinieren wie zuvor die Tagebucheinträge. Gerade die Nüchternheit, mit der der Thunderhead seine Sichtweise des Geschehens zeigt, hat mir teilweise eine Gänsehaut über den Körper gejagt.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von dem Ende halten soll. Der Showdown ist zwar unglaublich ereignisreich und voller Action und hat mich förmlich den Atem anhalten lassen, aber als es dann ganz plötzlich vorbei war, konnte ich das nicht wirklich realisieren, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, es fehlt etwas. 
Die offen gebliebenen Fragen in Kombination mit dem wirklich fiesen Cliffhanger werden die Wartezeit auf den dritten Band der Trilogie nicht gerade leicht machen. Ich sitze schon jetzt wie auf glühenden Kohlen und kann es gar nicht mehr abwarten, zu erfahren, wie es mit Citra und Rowan ausgeht!

Fazit:
Obwohl in einiger Hinsicht vielleicht etwas schwächer als der Vorgänger, konnte mich  „Scythe - Der Zorn der Gerechten" dennoch fesseln und begeistern. Ich war teilweise so versunken in die Geschichte und schockiert von dem, was da gerade geschah, dass ich gar nicht mehr gemerkt habe, was um mich herum passiert ist. Eine ganz große Leseempfehlung!

Vielen Dank an Bücher Wenner für das (signierte!) Exemplar - ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung dennoch nicht verändert oder beeinflusst.)

Ihr wollt mehr Infos zum Buch? Dann klickt hier.




✤✤✤



Autor: Nic Stone (aus dem Englischen von Karsten Singelmann)
Verlag: Rowohlt rotfuchs
Seiten: 256
ISBN 978-3-499-21833-0
Preis: 17,99€ (Hardcover mit Schutzumschlag)

Inhalt:
Justyce McAllister ist einer der Besten seiner Klasse, Captain des Debattierclubs und Anwärter auf einen Studienplatz in Yale – doch all das interessiert den Polizisten, der Justyce die Handschellen umlegt, nur wenig. Der Grund für seine Verhaftung: Justyce ist schwarz. Und er lebt in den USA im Jahr 2017.
Mit Briefen an sein großes Vorbild Martin Luther King Jr. versucht Justyce, dem alltäglichen Rassismus etwas entgegenzusetzen. Und dann ist da noch Sarah-Jane, seine kluge, schöne — und weiße – Debattierpartnerin. Als jedoch sein bester Freund Manny erschossen wird, scheint es, als ob selbst Martin Luther King Jr. keine Antwort mehr für Justyce bereithält.

Meine Meinung:
Immer mehr Bücher aus den USA, die die Ungerechtigkeit des Systems dort sowie die auffällige Polizeigewalt gegenüber Schwarzen behandeln, finden auch ihren Weg auf den deutschen Markt. Versteht mich nicht falsch, ich finde es absolut wichtig und notwendig, über dieses Thema zu schreiben, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass gerade in dem Bereich nur wenige Titel wirklich aus der Masse herausstechen. Nun, „Dear Martin" ist definitiv einer davon - oder sollte es zumindest sein, denn dieses Buch hat es wirklich in sich!
Müsste man die Geschichte mit einem Sprichwort beschreiben, so wäre es wohl: „In der Ruhe liegt die Kraft." Die Handlung hat zwar zweifellos auch ihre spannenden Momente, aber es waren vielmehr jene nachdenklichen und beinahe schon philosophischen Elemente, die mich nachhaltig bewegt und zum Nachdenken angeregt  haben. Es wird vor allem eines ganz deutlich gezeigt: Rassismus ist lebendig, auch heute noch. Und gleichzeitig drängt sich die Frage auf: Was kann man tun, um das zu ändern?
Auf einfühlsame und authentische Weise wird geschildert, wie der Protagonist Justyce - ein kluger junger Mann, der sich in jeglicher Hinsicht „vorbildlich" verhält und dennoch mit Vorurteilen und Diskriminierung zu kämpfen hat - versucht, seinen Platz in der Welt zu finden und gleichzeitig gegen die schreiende Ungerechtigkeit, mit der er sich immer wieder konfrontiert sieht, anzukämpfen versucht. Als Inspiration und Vorbild dient ihm dabei Martin Luther King, was auch den Titel erklärt - letztendlich muss Justyce erkennen, dass er, wenn er wirklich etwas verändern will, seinen eigenen Weg gehen muss.

Fazit:
Authentisch, aufwühlend und brandaktuell. „Dear Martin" ist mindestens so gut wie „The Hate U Give" - wenn nicht sogar noch besser!

Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Leseexemplar!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung in keinster Weise beeinflusst oder verändert.)

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Kommentare:

  1. Scythe steht dank dir gerade ganz ober auf meiner Muss-Ich-UNBEDINGT-Haben-Liste :D
    Dear Martin klingt aber auch wirklich sehr gut.

    Liebste Grüße
    Neetje

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    1. Ach Neetje, du weißt ja, wie gerne ich der Grund dafür bin, dass sich die SUBs anderer Leute vergrößern ...
      Freut mich sehr, dass ich dich neugierig machen konnte! :)

      Alles Liebe,
      Isabell

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