Samstag, 7. April 2018

[Rezension] Lars, mein Freund

Hallo ihr Lieben!
Heute habe ich mal eine Kinderbuchrezension für euch.
„Lars, mein Freund" von Iben Akerlie wurde in Norwegen zum „Besten Kinderbuch des Jahres" gewählt - klar, dass ich da neugierig geworden bin, oder?
Aber ob es mich auch überzeugen konnte? Nun, das erfahrt ihr jetzt ...
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


Autorin: Iben Akerlie (aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger)
Verlag: dtv, Reihe Hanser
Seiten: 256
ISBN 978-3-423-64039-8
Preis: 12,95€ (Hardcover)


Inhalt:
Amanda liebt Adam, der in ihre Klasse geht, aber Adam liebt Amanda nicht. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, bekommt Amanda von ihrer Lehrerin eine ganz besondere Aufgabe zugeteilt: Sie soll sich ab sofort um den neuen Mitschüler Lars kümmern, der das Downsyndrom hat. Furchtbar findet Amanda das. Nicht weil Vorurteile sie quälen, nicht weil Lars ihr etwa unsympathisch wäre. Nein, sie hat Angst bei den anderen anzuecken und nicht mehr beliebt zu sein. Aber mit Lars ist es nett, vor allem nach dem Unterricht bei ihm zu Hause amüsiert sich Amanda wie Bolle. Und trotzdem schwelt ein Brand in der Klasse, der Lars betrifft. Als die Katastrophe fast unausweichlich scheint, muss Amanda Position beziehen – und stellt sich gegen Lars. Ob er ihr je verzeihen kann?


Meine Meinung:
Als ich den Klappentext gelesen habe, habe ich zuerst eine berührende Geschichte in Richtung „Wunder" von Raquel J. Palacio erwartet, in der es um Freundschaft und Anderssein geht, und wurde leider etwas enttäuscht.
Was mir beim Lesen direkt aufgefallen ist, ist der kindliche Schreibstil, der auf jeden Fall zum Alter der Zielgruppe passt - aber was mich wirklich gestört hat, ist die kindliche Naivität der Charaktere. Natürlich bietet das die Chance für schöne charakterlichen  Entwicklung - am Anfang sind sie alle abweisend und feige und am Ende mutig und stehen für ihre Freunde ein -, aber für meinen Geschmack wurde da einfach übertrieben. Besonders die Protagonistin Amanda war mir schrecklich unsympathisch: Sie tut immer wieder Dinge, die einfach vollkommen daneben sind, verhält sich engstirnig und manchmal schlichtweg asozial und macht am Ende alles mit einer einzigen Aktion wieder gut - nicht unbedingt ein Paradebeispiel, was Verhaltensnormen angeht. Vor allem aber fehlte mir jegliche Möglichkeit, mich mit ihr zu identifizieren. Auch andere Figuren verhalten sich teilweise so außerordentlich schrecklich, dass ich mich beim Lesen an einigen Stellen richtiggehend unwohl gefühlt habe. Und das, finde ich, muss gerade bei einem Kinderbuch nicht sein.
Meiner Meinung nach hätte die Geschichte auch ohne das scheinbar Übertriebene und ohne die vielen Klischees, die verwendet wurden, funktionieren - und vielleicht sogar besser funktionieren - können.


Lars, der neu in der Klasse von Amanda & Co. ist und das Down-Syndrom hat, war eine der wenigen Figuren, die mir wirklich liebenswert erschienen. Seine leicht schräge Art sowie seine Begeisterung für Harry-Potter-Zaubersprüche (und die damit verbundenen Anspielungen auf eine meiner absoluten Lieblingsbuchreihen!) haben mir wirklich gut gefallen. Dadurch wurde die Stimmung oft aufgelockert, denn wenn Lars da ist, kann man gar nicht anders, als automatisch gute Laune zu haben. Sollte man zumindest meinen.


Insgesamt halte ich „Lars, mein Freund" für ein nettes Kinderbuch, das auf jeden Fall eine wichtige Botschaft vermittelt, leider konnte es mich aber nicht zu hundert Prozent überzeugen - insbesondere, weil für meinen Geschmack einfach vieles zu überdramatisiert war. Als Klassenlektüre kann ich mir das Buch zum Beispiel aber sehr gut vorstellen, da es auf jeden Fall Gesprächsstoff bietet und  mit Sicherheit auf den einen oder anderen jungen Leser auch eine empathiefördernde Wirkung hat. Emotionen kamen bei mir während der Lektüre allerdings kaum welche auf.


Fazit:
„Lars, mein Freund" ist ein Kinderbuch, das sich zwar sehr flüssig lesen lässt und überdies wichtige Aussagen zu den Themen wahre Freundschaft und Mobbing, aber dabei zu Mitteln greift, die dazu geführt haben, dass ich mich beim Lesen teilweise richtiggehend unwohl gefühlt habe. Das Verhalten vieler Charaktere ist schlichtweg feige und unangebracht - natürlich steht im Verlaufe der Geschichte eine Entwicklung an, und am Ende wird auch alles mehr oder weniger gut, aber vieles wurde meiner Meinung nach nicht so rübergebracht, wie es hätte sein können bzw. sollen.
Natürlich hat das Buch aber auch seine guten Momente. Auch wenn es lesenswertere Bücher gibt, die dieselbe Thematik behandeln, eignet sich dieses hier z. B. gut als Klassenlektüre.


Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung in keinster Weise verändert.)

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