Mittwoch, 11. April 2018

[Rezension] Ein Herz aus Eis und Schnee

Hallo ihr Lieben!
Lest ihr eigentlich Bücher von Selfpublishern? Ich ja leider eher selten, obwohl es da einige wirklich vielversprechende Bücher gibt!
Auf „Ein Herz aus Eis und Schnee" von Karolyn Ciseau, die als Selfpublisherin schon fünf Bücher und zwei Kurzgeschichten veröffentlicht hat, war ich wirklich sehr gespannt. Ich durfte nicht nur als Bloggerin bei einer lustigen Schnitzeljagdaktion, in der es darum ging, seinen „Zitatpartnert" zu finden, mitmachen, sondern habe das Buch freundlicherweise auch von der Autorin zugeschickt bekommen, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe.
Wie mir das romantische Wintermärchen gefallen hat, erfahrt ihr nun in meiner Rezension. Viel Spaß!



Autorin: Karolyn Ciseau
Seiten: 303
ISBN 978-1980378891
Preis: 11,99€ (Taschenbuch)


Inhalt:
Auf Prinz Eirik lastet ein Fluch. An seinem siebzehnten Geburtstag wird er zu ewigem Eis erstarren und mit ihm das gesamte Königreich Nascimur. Nur ein Kuss der wahren Liebe kann das Land aus den unbarmherzigen, kalten Klauen von Eis und Schnee befreien. Dreißig Mädchen werden auserwählt, um das Herz des Thronfolgers zu erobern. Auch Farina aus der Wüstenprovinz Terra Sitienti reist in den Norden und taucht ein in die prunkvolle, faszinierende Welt des Palastes. Doch sie will sich auf keinen Fall verlieben. Denn was für den Palast ein Fluch ist, ist für Terra Sitienti ein Segen: Die Menschen müssen dank der Eiszeit endlich nicht mehr Hunger und Durst leiden. Als Farina dennoch Gefühle für den Prinzen entwickelt, setzt sie nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel …

Meine Meinung:
Schon die ersten Seiten des Buches klangen wirklich vielversprechend, denn es ließ sich eine Art Mischung aus der  „Selection"-Reihe und  „Die Schöne und das Biest" erahnen, und ich liebe beide Geschichten wirklich!
Insbesondere Fans von „Selection" werden beim Lesen dieses Märchens sicherlich auf ihre Kosten kommen, denn viele Elemente wie zum Beispiel das Casting, bei dem sich der Prinz ein Mädchen aus dem Volk aussuchen muss, oder auch der skrupellose König, sind geradezu identisch. Nichtsdestotrotz weicht „Ein Herz aus Eis und Schnee" teilweise auch deutlich von der Jugendbuchreihe, die der Autorin als Inspiration gedient hat, ab und geht somit seinen eigenen Weg.


Was mich zugegebenermaßen etwas verwirrt hat, ist, dass das Buch zwar in einer ganz eigenen Welt spielt (für die es auch eine schöne, übersichtliche Landkarte gibt), aber dennoch Aspekte „unserer" Welt auftauchen. So wird zum Beispiel Shakespeare zitiert, der nicht einmal von der Existenz Nascimurs ahnen dürfte. Natürlich ist es absolut legitim, reale Aspekte in eine fantastische Geschichte einfließen zu lassen, aber ich hätte mir da zumindest eine Art kurze Erklärung (zum Beispiel, welche Bedeutung Shakespeare in diesem fiktiven Königreich hat und warum man ihn dort kennt) gewünscht


Teilweise erschien mir die Geschichte etwas vorhersehbar, denn wie bereits erwähnt wurde, lässt sich die Autorin für dieses Märchen von vielen anderen inspirieren. Letztendlich ist es aber auch so, dass man als Leser, insbesondere, wenn man mit Märchen aufgewachsen ist wie ich, das Schema einfach schon kennt - und dafür wiederum hält das Buch doch einige Überraschungsmomente bereit.
Etwas unlogisch erschien mir die Tatsache, dass der König von Nascimur - der Vater des verfluchten Prinzen Eirik -, der das Reich mit eiserner Faust regiert und dabei keinerlei Rücksicht auf andere nimmt, sondern nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, erst etwa drei Monate, bevor Eirik zu Eis erstarren soll, die Bewerberinnen, die das Herz des Prinzen erweichen sollen, ins Schloss holt. Natürlich sorgt das für eine gewisse Dramatik, insbesondere am Ende der recht kurzen Zeit, die Eirik noch bleibt, aber rein logisch betrachtet ergibt es für mich wenig Sinn, erst so spät mit der Suche nach einer Lösung für den Fluch anzufangen.


Die Atmosphäre in dem Buch ist - nicht anders als erwartet - herrlich winterlich und dadurch, dass die Autorin sehr bildhaft schreibt, hatte ich beim Lesen oft alles bis hin zur kleinsten Schneeflocke genau vor Augen. Die Geschichte hat einen ganz eigenen Flair, wie nur Märchen ihn haben, und lädt den Leser damit zum Träumen ein.
Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, denn er ist nicht nur locker-leicht und passt somit gut zur Handlung, sondern lässt sich auch sehr flüssig lesen, sodass ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt habe.


„,Mir bleibt keine Zeit mehr, Farina.' Seine Arme. Ich ziehe scharf die Luft ein. Sie scheinen beinahe durchsichtig." - Zitat

Und dann wäre da noch das eigentliche Kernstück des Buches: Die Beziehung zwischen dem Wüstenmädchen Farina und dem Kronprinzen Eirik. Die sind am Anfang nämlich alles andere als voneinander hingerissen. Insbesondere die starke, unabhängige Farina ist ganz und gar nicht begeistert davon, dass sie praktisch dazu gezwungen wird, um das Herz eines Mannes zu buhlen, den sie gar nicht begehrt.
Natürlich bleibt das nicht so, und schon bald fängt Farina an, wider besseren Willens doch an, Gefühle für Eirik zu entwickeln, was die Autorin sehr schön durch die Metapher eines  „kleinen Vogels" darstellt. (Was genau es damit auf sich hat, erfahrt ihr, wenn ihr das Buch lest.😉)
Doch bevor es so weit ist und die beiden ihr Happy End bekommen, müssen sie eine ganze Reihe an Steinen überwinden, die ihnen in den Weg gelegt werden. Das Ergebnis davon sind nicht nur witzige und schlagfertige Wortgefechte, sondern auch spannende, traurige und wütend machende Szenen.


Das Ende wirkte auf mich etwas plötzlich und hastig im Gegensatz zum Rest der Geschichte. Dennoch wird der Anfang schön wiederaufgegriffen - und natürlich fehlt auch das  „Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage" nicht. Ich hätte es schön gefunden, wenn zum Schluss vielleicht noch einmal die Fee, die für den Fluch verantwortlich war, aufgetaucht wäre, um zu einem noch runderen Abschluss zu kommen, aber im großen und ganzen bin ich doch zufrieden damit, wie die Geschichte ausgegangen ist.

Fazit:
„Ein Herz aus Eis und Schnee" überzeugt vielleicht nicht unbedingt durch eine außergewöhnliche Grundidee und auch die Handlung ist in gewissem Maße vorhersehbar, aber das machen die schlagfertigen Dialoge und die winterlich-märchenhafte Atmosphäre fast schon wieder wett. Als unterhaltsame Lektüre mit einer Prise Magie für kalte Tage  ist das Buch auf jeden Fall bestens geeignet!


Ein großes Dankeschön geht an Karolyn Ciseau für das Printexemplar und dafür, dass ich bei der Bloggeraktion dabei sein durfte!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung dennoch in keinster Weise verändert.)

Ihr wollt mehr Infos zum Buch? Dann klickt hier.






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