Dienstag, 12. Dezember 2017

[Rezension] Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

Hallo ihr Lieben!❤
Heute kommt etwas verspätet endlich die Rezension zu „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken", dem neusten Jugendroman von John Green, einem meiner absoluten Lieblingsautoren. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!




Autor: John Green (aus dem Englischen von Sophie Zeitz)
Verlag: Hanser
Seiten: 288
ISBN 978-3-446-25903-4     
Preis: 20,00€ (Hardcover mit Schutzumschlag)


Inhalt:
Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.


Meine Meinung:
Als riesiger John Green-Fan liebäugelte ich mit dem Buch, seit ich zum ersten Mal von seiner Veröffentlichung gehört habe. Und als ich dann die limitierte deutsche Erstauflage mit Wendecover, farbigem Buchschnitt und Print-Signatur gesehen habe, musste ich sie einfach haben!
Und was soll ich sagen - gleich nach dem ersten Satz war ich wieder einmal mittendrin. Nur wenige Autoren haben einen so intensiven Schreibstil und verstehen es, so atmosphärisch dicht, gefühlvoll und metaphorisch zu erzählen, ohne dabei schwülstig und ausschweifend zu werden, wie John Green. Seine Art zu schreiben ist einfach nur einzigartig! Als würde der Autor jeden seiner Leser - unabhängig von Alter, Geschlecht und Charakter - in seinem tiefsten Inneren verstehen. Zumindest geht es mir stets so, wenn ich eines seiner Bücher lese.

Da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, fühlte ich mich Aza, der Protagonistin, sehr nahe. Ich habe zum Glück zwar noch nie mit solch psychischen Problemen zu kämpfen gehabt wie sie, und dennoch hatte ich recht früh das Gefühl, sie schon lange zu kennen. Ihre Panikattacken, die sie bekommt, wann immer sie sich in ihrer Gedankenspirale (ich habe mich übrigens wirklich gefreut, dass dieses Element für das  Coverdesign aufgegriffen wurde!), werden mit einfachen Worten und doch so präzise beschrieben, dass ich mich beim Lesen fühlte, als wäre ich förmlich in ihr drin. Azas Gedanken waren so greifbar für mich, dass ich, immer, wenn sie von ihrer Zwangsstörung überwältigt wurde, mich selbst ganz hibbelig und unruhig fühlte.
Wer sich bei „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" einen actiongeladenen Krimi erhofft, ist mit diesem Buch aber falsch bedient. Die Suche nach dem verschwundenen Millionär Russell Davis - einem recht eigenartigen Typen übrigens, wie wir später erfahren - fungiert eher als Hintergrundhandlung. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ganz klar Aza und es geht hauptsächlich darum, wie sie versucht, mit ihrer psychischen Krankheit klarzukommen.


„Ich kann mit drei Worten alles zusammenfassen, was ich über das Leben gelernt habe: Es geht weiter." - Robert Frost [Zitat]


Obwohl ich durchaus verstehen könnte, wenn einige Leser das Buch aufgrund der teilweise wirklich etwas schlichteren Handlung als „langweilig" bezeichnen würden - immerhin ist das vom persönlichen Lesegeschmack abhängig -, bin ich persönlich der Ansicht, dass hier eindeutig in der Ruhe die Kraft liegt. Was an spannender Handlung fehlt, wird durch Wortgewalt wieder wettgemacht.


Natürlich darf auch in diesem Jugendbuch die Lovestory nicht fehlen . . . Doch für Aza, obwohl sie anfängt, Gefühle für ihn zu hegen, ist es schwer, sich ihrem ehemaligen Kindheitsfreund Davis Pickett, der der Sohn des verschwundenen Millionärs ist, anzunähern - aus denkbaren Gründen. So gerät sie zum Beispiel stets in Panik, wenn die beiden in eine intime Situation geraten, und versucht - teils vergeblich - ihre Angst vor Bakterien etc. zu unterdrücken.
Davis scheint da recht geduldig zu sein; überhaupt scheint er ein sehr verständnisvoller und nachdenklicher junger Mann zu sein. Dass er nicht im Geringsten wie ein selbstverliebter Snob wirkt - das Geld seines Vaters empfindet er geradezu als Last -, machte ihn mir sehr sympathisch.
Überhaupt hat mir die langsam aufkeimende Beziehung zwischen den beiden sehr gut gefallen, weil sie eben so unkonventionell und eher zärtlich als stürmisch ist. Und weil sie eben nicht dazu bestimmt zu sein scheint, in einem rosigen Happy End, bei dem sich alles zum Guten wendet, zu enden. Mehr möchte ich dazu aber auch gar nicht verraten!
Insgesamt lässt sich sagen, dass ich mit John Greens neustem Roman wirklich zufrieden bin. An meinen absoluten Liebling „Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kommt er zwar nicht heran, aber dennoch verbrachte ich mit ihm einzigartige und berührende Lesestunden, die auch zum Nachdenken anregten.


Fazit:
Mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" hat John Green erneut ein Jugendbuch herausgebracht, das mir sehr naheging, obwohl es meiner Meinung nach nicht sein bestes Buch ist. Die Handlung kommt hier recht kurz; Hauptbestandteil der Geschichte ist Aza, die ein wirklich sehr faszinierender Charakter ist. Die Art, wie ihre Zwangsstörung und ihre Angstzustände beschrieben werden, empfand ich als sehr aufwühlend. Der unvergleichliche Schreibstil des Autors - irgendwie schlicht und doch wortgewaltig - machte auch diese Geschichte wieder zu etwas ganz Besonderem. Wenn ihr emotionale und nachdenkliche Bücher mögt, werdet ihr dieses hier sicher lieben!



Die limitierte Erstauflage mit Print-Signatur❤


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