Donnerstag, 30. November 2017

[Rezension] Illuminae

Hallo ihr Lieben!❤
Heute habe ich eine Rezension zu einem ganz besonderen Buch für euch. Schon lange war ich nicht mehr so emotional aufgewühlt wie nach dem Beenden von „Illuminae". (Theatralisch, wie ich nun einmal bin, habe ich hinterher folgendes zu meiner Mutter gesagt: „Dieses Buch hat meine Seele auseinandergerissen!") Warum mir „Illuminae" so gut gefallen hat, erfahrt ihr jetzt in meiner Rezension.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!




Autoren: Amie Kaufman und Jay Kristoff (aus dem Amerikanischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung)
Verlag: dtv
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 608
ISBN  978-3-423-76183-3
Preis: 19,95€ (Hardcover mit Schutzumschlag)


Inhalt:
Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando.


Meine Meinung:
Der internationale Hype um „Illuminae"  war und ist noch immer riesig. Mich hat  der Titel besonders aufgrund der außergewöhnlichen Ausstattung sehr neugierig gemacht.
Das Besondere an diesem Buch ist, dass es keine einzige Seite „normalen" Text enthält. Stattdessen besteht es ausschließlich aus Akten, den sogenannten Illuminae-Akten (was genau es damit auf sich hat, erfahren wir allerdings erst ganz am Ende). In diesen Akten befinden sich unter anderem E-Mails, Chatnachrichten, Skizzen, Tagebucheinträgen, Aufzeichnungen von Tonbändern, Einträgen aus dem Kern der künstlichen Intelligenz AIDAN und vieles mehr. Die Werbung, die der Verlag für das Buch macht, übertreibt keineswegs: Lesen wird hier wirklich neu definiert.


Am Anfang fiel es mir etwas schwer, mich in die Ausgangslage hineinzuversetzen. Die Geschichte ist von einigen technischen Begriffen geprägt, die für mich zunächst eher befremdlich wirkten. Schon bald jedoch ließ sich das Ganze deutlich flüssiger lesen, denn nach und nach konnte ich mich darauf einstellen, was genau ich bei welcher Art von Layout zu erwarten hatte. Von dort an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe mich immer und immer mehr in die besondere Gestaltung verliebt, da dadurch wirklich ein ganz neues Leseerlebnis entsteht. Manchmal stehen auf einer Seite nur wenige Worte oder bloß ein Einzelnes, aber die haben es dann wirklich in sich und brennen sich förmlich in das Gedächtnis des Lesers ein.
Sehr amüsant finde ich die Tatsache, dass die Autoren für besonders aufmerksame Leser kleine „Easter Eggs" eingebaut haben. So finden sich zum Beispiel auf einer langen Liste von Todesopfern nach einem Ereignis, auf das ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen werde, neben einer Reihe von  Namen von A bis Z unter „K" auch die Namen Amie Kaufman und Jay Kristoff.


Die beiden Protagonisten Kady und Ezra waren mir gleich sehr sympathisch. Ich musste oft schmunzeln, weil die beiden so herrlich badass sind und sich nichts sagen lassen wollen. Kady ist überdies ein wahres Technikgenie und wird im Laufe der Geschichte immer mehr zu dem, was ich mir unter einer perfekten Buchheldin vorstelle. Und das meine ich nicht in dem Sinne, dass sie perfekt ist, ganz im Gegenteil. Aber sie ist intelligent, weiß ihre Stärken einzusetzen und beweist auch in für sie aussichtslosen  Situationen, in denen es viel leichter wäre, einfach aufzugeben, Mut und Durchsetzungsvermögen. Dass sie am Ende dort, wo jede andere Person eingeknickt wäre, ihre Schwächen überwindet, macht sie für mich so besonders.
Besonders fasziniert hat mich auch AIDAN, die künstliche Intelligenz der Alexander-Flotte. Es ist fast schon gruselig - nein, es ist unglaublich gruselig - wie ähnlich AIDAN einem Menschen ist. Er hat ein eigenes Gewissen, ist in der Lage, Zuneigung zu empfinden und in jeglicher Hinsicht eigentlich übermenschlich. Ich war lange sehr zwiegespalten, was die KI angeht, ich habe mich mal vor ihr gefürchtet, mal gehasst, aber auch gemocht und bewundert. Dass AIDAN schließlich eine unglaublich große Rolle auch für den Ausgang der Geschichte spielt, hat mir auf jeden Fall eine Menge Stoff zum Nachdenken beschert.


In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass einige offenbar der Meinung sind, dass die Emotionen in „Illuminae" nicht genug zum Ausdruck gebracht werden. Natürlich akzeptiere ich die Meinung der anderen - schließlich empfindet jeder beim Lesen anders -, aber ich persönlich kann diesen Kritikpunkt wirklich überhaupt nicht nachvollziehen. Mich hat das Buch auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen! Nicht selten hatte ich das Bedürfnis, laut loszuschreien, einige Wendungen  haben mich innerlich förmlich zerrissen und ich gebe zu, ich habe nicht selten geheult wie ein Schlosshund. Manchmal musste ich das Buch auch erst einmal zur Seite legen, bis ich verarbeiten konnte, was da überhaupt passiert ist.
Das Ende greift den Anfang noch einmal geschickt wieder auf und hat mich mit offenem Mund zurückgelassen. Ich war überrascht, geschockt und so aufgewühlt, dass ich mir hinterher selbst nicht einmal mehr sicher war, was ich eigentlich fühle. In vielerlei Hinsicht war das Ende absolut perfekt - es kam nicht nur plötzlich und ergreifend, sondern lässt auch Spielraum für Interpretationen. Ich jedenfalls habe noch sehr, sehr lange auf die letzte Seite gestarrt und kam aus dem innerlichen Wow! so schnell nicht mehr heraus.
Obwohl ich das Ende für mehr als gelungen halte, bin ich unglaublich gespannt auf Teil zwei und hoffe sehr, dass die deutsche Übersetzung bald kommt!


Fazit:
 „Illuminae" ist in so vielen Hinsichten etwas Besonderes, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Das Buch ist nicht nur unbeschreiblich toll gestaltet, es ist auch unvorstellbar emotional, tödlich spannend ... einfach galaktisch. Ein absolutes Highlight!





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