Donnerstag, 23. November 2017

[Rezension] Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Hallo ihr Bücherwürmer da draußen!❤
In meiner heutigen Rezension wird es magisch . . . Es geht natürlich um „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" von Rainbow Rowell! Leider hat mir das Buch nicht so gut gefallen, wie ich erwartet habe. Warum und was das alles mit unserem liebsten Zauberlehrling Harry zu tun hat, erfahrt ihr jetzt.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!



Autorin: Rainbow Rowell (aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit)
Verlag: dtv, Reihe Hanser
Seiten: 528
ISBN 978-3-423-64032-9
Preis: 19, 95€ (Hardcover mit Schutzumschlag)


Inhalt:
Simon Snow ist der mächtigste Zauberer, den die Welt der Magie je hervorgebracht hat. Wäre da nur nicht die Tatsache, dass Simon völlig unfähig ist, seine magischen Kräfte zu steuern. Aber dafür ist ja Watford da, das Zaubererinternat. Für Simons Zimmergenossen Baz – Vampir aus angesehener Familie und Simon in freundlichem Hass zugetan – ist er, der Auserwählte, eine wahre Fehlbesetzung. Am liebsten würde Baz den Magie sprühenden Simon mit seinen spitzen Zähnen ein für alle Mal erledigen. Doch dazu kommt es nicht, vorerst zumindest. Denn die verfeindeten Jungs tun sich zusammen, um gemeinsam mit ihrer blitzgescheiten Schulkameradin Penelope den Mord an Baz' Mutter aufzuklären. Für Simon beginnt eine Achterbahn der Gefühle. Und die Welt der Zauberer steht fortan nicht nur in Liebesdingen Kopf.


Meine Meinung:
„Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" wurde, wie ihr vielleicht schon wisst, als eine Art Zusatzgeschichte zu „Fangirl", ebenfalls von Rainbow Rowell, geschrieben. In „Fangirl" ist Simon Snow eine fiktive Figur, über die die Protagonistin Cath Fanfiction schreibt. Wie die Autorin jedoch selbst betonte, stellt „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" ihre ganz persönliche Interpretation der Geschichte dar und kann völlig unabhängig von  „Fangirl" gelesen werden.
Die Geschichte des jungen Zauberlehrlings Simon machte mich insofern neugierig, als dass viele Leser die Parallelen zu Harry Potter immer wieder betonten und die Reihe von J.K. Rowling, wie sicherlich kein Geheimnis sein dürfte, meine absolute Lieblingsbuchreihe ist.


Der lockere Schreibstil von Rainbow Rowell ist mir sofort positiv aufgefallen. Das Buch lässt sich recht flüssig lesen, auch wenn es an einigen Stellen für meinen Geschmack etwas zu umgangssprachlich wurde. Was mir ebenfalls sofort ins Auge gefallen ist, sind die bereits genannten Parallelen zu Harry Potter.  Am Anfang erschienen mir die ganzen Anspielungen noch recht amüsant, doch schon nach wenigen Seiten war ich ziemlich irritiert. Etwa die erste Hälfte des Buches wirkte für mich wie eins zu eins kopiert - nicht nur nahezu alle Charaktere und ihre Hintergrundgeschichten ähneln sich enorm, nein, auch die Orte sowie die Tatsache, dass die alten Zaubererfamilien entschieden dagegen sind, „Normale" aufzunehmen, zeigen, dass die Autorin sich scheinbar nur wenig darum bemüht hat, etwas Neues zu kreiren. Ich war mir eine sehr lange Zeit unsicher, wie ich das überhaupt bewerten soll, denn obwohl ich ein großer Fan von Harry Potter bin, war die Skepsis beim Lesen dieses Buches groß. Auf jeden Fall lässt sich sagen, dass sich die erste Hälfte meiner Meinung nach etwas in die Länge gezogen hat.


Simon und Baz, die beiden Protagonisten, sind wohl ganz klar an Harry Potter und Draco Malfoy angelehnt. Baz, laut Gerüchten ein Vampir und überdies unfassbar böse, stammt aus einer der reichen, alten Zaubererfamilien, während der Waisenjunge Simon als Baby vor einer Tür abgelegt wurde und bei Menschen aufgewachsen ist. Und als wenn die Tatsache, dass die beiden Todfeinde sind, nicht schlimm genug wäre, sind sie auch noch Zimmergenossen - das heißt, sie wohnen seit sieben Jahren in einem Zimmer und müssen wohl oder übel miteinander auskommen.
Da erschien mir Simons zwanghafte Obession für Baz und der Drang, ihn unbedingt bei einer seiner vermeintlichen Übeltaten erwischen zu müssen, beinahe kindisch. Lange Zeit lang schien beziehungsweise scheint nicht einmal ein Versuch unternommen worden zu sein, miteinander zu reden und sich nicht nur entweder zu prügeln oder aus dem Weg zu gehen. Dass dieser jahrelanger Hass dann ganz plötzlich zu einer Art Zuneigung umschlug sowie die Tatsache, dass diese Zuneigung eigentlich schon seit Jahren existiert habe, erschien mir dann doch etwas unrealistisch.
Ich muss aber auch sagen, dass sich die Geschichte, sobald Simon und Baz sich erst einmal überwunden und miteinander verbündet haben, in eine erfreuliche Richtung weiterentwickelt hat. Gerade die letzten 200 Seiten konnten mich dann doch fesseln, besonders, weil sich die Geschichte dort dann eben doch von Harry Potter abwendet und sozusagen ihren eigenen Weg findet, was mich wirklich sehr gefreut hat. Besonders eine Wendung, die ich hier natürlich nicht benennen werde, hat mich im positiven Sinne sehr überrascht.  Mit dem Ende bin ich ebenfalls sehr zufrieden.


Dadurch, dass die Geschichte aus verschiedenen Sichten erzählt wird, wird es dem Leser ermöglicht, das Geschehen von verschiedenen Standpunkten aus zu betrachten. Außerdem fiel es mir durch diese Erzählweise sehr leicht, mich in die verschiedenen Charaktere hineinzuversetzen. Besonders Penny, eine Freundin von Simon, war mir beim Lesen sehr sympathisch.
Insgesamt lässt sich sagen, dass mir das Buch zwar gefallen hat, das volle Potenzial aber nicht ausgeschöpft wurde. Anstatt sich nur an die Geschichte von Harry Potter anzulehnen, wurden meiner Meinung nach zu viele Teile der Geschichte einfach übernommen, und das hätte das Buch wirklich nicht nötig gehabt. Denn dass Rainbow Rowell durchaus dazu in der Lage ist, ihre eigenen Ideen zu Papier zu bringen, hat sie gerade in der zweiten Hälfte des Buches bewiesen.


Fazit:
Die Geschichte rund um Simon, Baz und Co ist zwar zweifellos unterhaltsam, aber die Parallelen zu Harry Potter hätten meiner Meinung nach nicht so stark ausfallen dürfen. Die sind am Anfang zwar noch amüsant, haben nach einiger Zeit aber ein ständiges Augenverdrehen bei mir ausgelöst. Zum Glück entwickelt sich der Plot später in eine andere Richtung und ab da hat mir das Buch deutlich besser gefallen. Und obwohl mich besonders das Ende positiv überrascht hat, kann ich „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Wer Geschichten über Auserwählte mag und sich nicht daran stört, dass das Buch teilweise extreme Ähnlichkeiten mit Harry Potter hat (so etwas ist schließlich auch immer Geschmackssache), ist hiermit aber  richtig bedient.






Vielen Dank an den dtv-Verlag, der mir das Leseexemplar auf der Frankfurter Buchmesse zur Verfügung gestellt hat!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung in keinster Weise verändert.)

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