Dienstag, 12. September 2017

[Rezension] Aquila

Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Seiten: 432
ISBN 978-3-7855-8613-6                      
Preis: 16,95€ (Klappenbroschur)


Inhalt:
Ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage streift die Studentin Nika durch Siena. Sie vermisst ihr Handy, ihre Schlüssel und ihren Pass. Mitbewohnerin Jennifer ist ebenfalls verschwunden. Dafür steckt in Nikas Hosentasche ein Zettel mit mysteriösen Botschaften und Anweisungen.
Das Blut ist nicht deines.
Du weißt, wo das Wasser am dunkelsten ist.
Halte dich fern von Adler und Einhorn . . .

Welchen Sinn soll das ergeben? Und was, zum Teufel, ist geschehen zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen?


Meine Meinung:
Schon lange, bevor das Buch auf den Markt kam, wurde wieder eine Menge Werbung für den neusten Thriller von Ursula Poznanski gemacht und der kürzlich erschienene Titel eroberte die Bestsellerlisten wieder einmal im Sturm. Da ich die Bücher der Autorin bis jetzt immer sehr gern gelesen habe, war ich natürlich mehr als neugierig, was sich hinter dem Mysterium Aquila verbirgt.
Die Geschichte beginnt damit, dass die Protagonistin Nika ohne jegliche Erinnerung an die letzten zwei Tage aufwacht. Das Szenario an sich - eine Protagonistin, die an Amnesie leidet und nicht weiß, wo sie sich befindet oder was geschehen ist - ist zwar nichts Neues, die Umsetzung hatte aber etwas Erfrischendes an sich.
Die ganze Anfangssituation machte einen bedrohlichen, aber auch reichlich verwirrenden Eindruck. Zwei Tage scheinen völlig weg zu sein, zudem noch seltsame Drohungen und mysteriöse Warnungen in der eigenen Handschrift - eine beängstigende Vorstellung, oder?


Weihnachten voller Angst. Sic Transit Gloria. Sieh nach, was der Kapitän isst. -Seite 19


Ich persönlich bin ja ein riesiger Fan von Rätseln, deren Lösungen sich erst nach und nach zusammensetzen. Auf die kryptischen Anweisungen, die Nika gleich zu Anfang der Geschichte findet, reagierte ich zunächst wie vor den Kopf gestoßen. Auf der anderen Seite herrschte bei mir sofort der Drang, erfahren zu müssen, was dahintersteckt! Und was soll ich sagen - Ursula Poznanski weiß, wie man seine Leser fesselt! Die Ereignisse der vergangenen Tage werden nach und nach rekonstruiert und man erhält immer wieder kleine Informationshäppchen, die einen verzweifelt auf mehr hoffen lassen. Ich war wirklich begeistert, wie sich alles nach und nach zusammengefügt hat.
Dazu kommt, dass gerade auf den letzten 100 Seiten eine wahre Gänsehautatmosphäre herrscht, die dafür gesorgt hat, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und bis tief in die Nacht lesen musste. Der Gruselfaktor ist hier auf jeden Fall hoch und einige Stellen sind sicherlich nicht für schwache Nerven geeignet. Besonders beeindruckt hat mich dabei, dass eine so große Spannung erzeugt werden konnte, obwohl ja letztendlich alles schon längst passiert ist!


Sehr interessant und außergewöhnlich fand ich auch das Setting. Durch die detaillierten Beschreibungen hat es sich angefühlt, als wäre man selbst mitten in Siena und ich konnte noch einmal in meinen Erinnerungen an den diesjährigen Sommerurlaub in Italien schwelgen. Hinzu kommt, dass man - ganz nebenbei - die eine oder andere italienische Floskel lernt und sich ein wenig mit der Kultur auseinandersetzt, ohne dass die Handlung dadurch beeinträchtigt wird.
Mit der Protagonistin konnte ich mich allerdings nicht besonders gut anfreunden. Nikas Gedanken und Handlungen waren zwar nachvollziehbar, aber mir fehlte das Charakteristische. Ich hätte mir vielleicht die eine oder andere Eigenschaft an ihr gewünscht, die sie von der Masse abhebt, etwas, das den Leser sofort denken lässt: DAS ist Nika! Stattdessen machte sie einen austauschbaren Eindruck auf mich, was ich wirklich schade finde. Ganz anders sieht das bei Jenny, Nikas verschwundenen Mitbewohnerin, aus. Im Laufe der Nachforschungen, die über sie angestellt werden, kommen ein paar abschreckende Wahrheiten ans Licht, dennoch hat mich die Figur sehr fasziniert - und das, obwohl sie kein einziges Mal aktiv auftritt.
Insgesamt lässt sich sagen, dass dieser Titel mich trotz meiner Kritikpunkte keinesfalls enttäuscht hat und bis zum Ende rasant und spannend war!


Fazit:
Obwohl einige Passagen zu Beginn eher ereignislos erschienen und die Protagonistin kein großes Identifikationspotenzial bietet, konnte „Aquila“ mich bestens unterhalten. Ursula Poznanski verknüpft in ihrem neuen Bestseller erneut scheinbar merkwürdige Rätsel mit der Realität und hält den Leser dabei in ihrem Bann. Wer nach einem fesselnden Jugendthriller mit Gänsehautgarantie sucht, dem kann ich das Buch guten Gewissens weiterempfehlen.






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