Mittwoch, 30. August 2017

[Rezension] New York zu verschenken

Autorin: Anna Pfeffer (Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit)
Verlag: cbj
Seiten: 336
ISBN 978-3-570-17397-8
Preis: 14,99€ (Klappenbroschur)

Inhalt:
Anton hat alles, was sich ein 17-Jähriger wünscht: vermögende Familie, liebende Eltern und keine Geschwister. Was Anton seit Kurzem auch noch hat: eine Ex-Freundin. Olivia hat ihn grundlos nach ein paar Monaten abserviert, und das, obwohl er sie doch mit einer Reise nach New York überraschen wollte. Das Ticket ist auch schon auf ihren Namen gebucht. Kurzerhand startet der selbstsichere Sonnyboy via Instagram die Suche nach einer neuen Olivia Lindmann. Der Andrang ist mäßig, aber es meldet sich eine 16-jährige Liv, die ganz anders ist, als die Mädchen, die Anton sonst trifft …

Meine Meinung:
Nachdem ich das Buch beim Bloggerportal angefragt und  die Bestätigung erhalten habe, saß ich wie auf heißen Kohlen, weil ich mich so auf dieses Buch gefreut habe. Der Klappentext machte einen sehr lustigen Eindruck auf mich und die Grundidee wirkte sehr originell.
Zugegebenermaßen war mir die Tatsache, dass das Buch ausschließlich im Chatstil geschrieben ist, zunächst gar nicht so wirklich bewusst. Als ich es dann in den Händen hielt, war ich also ein wenig skeptisch. Meine Meinung zu dieser Art der Erzählung ist ziemlich gespalten. Auf der einen Seite fehlt in gewisser Weise einfach das Gefühl und die Atmosphäre, auf der anderen Seite kann es aber auch sehr unterhaltsam sein. Da kommt es wirklich auf Buch und Autor an.
In diesem Fall lässt sich alles sehr flüssig lesen. Durch die wenig anspruchsvolle Erzählweise fliegen die Seiten nur so dahin und man bekommt auf diese Weise eine andere Sicht auf die Charaktere, als man es vielleicht bei einem Fließtext gehabt hätte.
Der Dialog zwischen Olivia Lindmann, genannt Liv, und Anton, der nach einer neuen Reisebegleitung sucht, sprüht nur so vor Schlagfertigkeit. Das hat mir an der einen oder anderen Stelle ein Grinsen ins Gesicht getrieben und manchmal musste ich auch  laut loslachen, weil die Situation einfach urkomisch schein.
Mit Liv konnte ich mich eindeutig besser identifizieren als mit Anton. Während sie ein eher wohlüberlegtes Leben führt, gerne Bücher liest und tiefgründigere Gedanken hat und diese dem Leser auch mitteilt, wirkt Anton eher wie ein verwöhnter Draufgänger, der es immer nur leicht im Leben hatte. Auf der anderen Seite wirkte Liv manchmal etwas naiv. Nach und nach kommt man auch hinter die Fassade der Protagonisten, sodass man merkt, dass hinter beiden mehr steckt als man zunächst glauben mag. Das ist auch ein Punkt, den ich noch einmal lobend hervorheben muss: Dass es den Autorinnen gelungen ist, mit so wenigen Worten so lebendige Charaktere zu erschaffen.
Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht anders, als ich erwartet habe. So dachte ich zum Beispiel nicht, dass es fast die ganze Zeit nur um den Chat-Kontakt zwischen Liv und Anton geht - vielmehr habe ich vermutet, dass ein viel größerer Teil der Geschichte tatsächlich in New York spielt. Die Idee, sich erst im Flugzeug tatsächlich zu sehen, fand ich wiederum sehr interessant und es war auch schön, mitanzusehen, wie die Protagonisten sich unbewusst immer näherkommen.
Gegen Ende erwartet den Leser ein riesiger Plot Twist, der für mich persönlich aber leider vorhersehbar war. Ich hatte schon damit gerechnet, weswegen es keine große Überraschung mehr für mich war. Dennoch fand ich das Ende und überhaupt die letzten Seiten sehr unterhaltsam.
Rückblickend gesehen frage ich mich, ob man das Potenzial des Buches wohl noch etwas weiter hätte ausbauen können, wenn es bloß zum Teil aus einem Chatverlauf bestehen würde und zum Teil aus einem Erzähltext. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen und kann eine klare Empfehlung aussprechen, wenn ihr Lust habt auf eine unverfängliche, etwas andere Liebesgeschichte, die auch ab und an für einen Lacher sorgt.

Fazit:
Obwohl viele Aspekte sicherlich diskutierbar sind, konnte mich dieses Buch gut unterhalten. Besonders die Lebendigkeit und die Schlagfertigkeit der Charaktere sowie die authentische, wenn auch gewöhnungsbedürftige Erzählweise konnten mich überzeugen. Ein nettes Stück Unterhaltungsliteratur für zwischendurch, bei dem aber der Wow-Effekt fehlt.


Vielen Dank an den cbj-Verlag und die Verlagsgruppe Randomhouse für das Rezensionsexemplar!



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