Dienstag, 6. Juni 2017

[Rezension] Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Autorin: Nicola Yoon (aus dem Amerikanischen von Simone Wiemken)
Verlag: cbj
Seiten: 336
ISBN 978-3-570-31099-1
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Inhalt:
Die 17-jährige Madeline hat noch nie das Haus verlassen, denn sie leidet an einer seltenen Immunkrankheit. Bisher war das kein Problem, weil sie es nicht anders kennt. Doch als im Nachbarhaus der geheimnisvolle Olly einzieht, kommen sich die beiden so nah, wie es für Madeline möglich ist. Plötzlich möchte sie die Welt außerhalb ihres sterilen Zimmers entdecken, die sie sonst nur aus Büchern kennt. Selbst wenn es bedeutet, dafür ihr Leben zu riskieren…

Meine Meinung:
„Ich habe viel mehr Bücher gelesen als du. Es spielt keine Rolle, wie viele du gelesen hast. Bei mir sind es mehr.“, mit dieser kleinen „Herausforderung“ beginnt das Buch. Es wird die ganze Zeit über aus der Sicht der Protagonistin Maddy erzählt, die mir gleich von Anfang an sehr sympathisch war. Ich konnte mich auch wirklich gut in sie hineinversetzen und ihre Gedanken und Gefühle waren stets gut nachvollziehbar.
Die anderen Figuren erschienen mir ebenfalls unglaublich toll – die Krankenschwester Carla, die immer total lieb zu Maddy ist, und Olly sind nur zwei davon. Egal ob nett oder nicht, jeder hatte einen ganz besonderen Platz in der Geschichte und jeder hat sie noch ein Stück besser gemacht.
Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt, aber dennoch nicht anspruchslos, im Gegenteil. Es wird lustig, spannend und auch ein wenig dramatisch. Außerdem wird es, anders, als man vielleicht erwartet hätte, kein bisschen kitschig. Es ist zwar schon eine Liebesgeschichte, aber es geht auch um Freiheit und Selbstbestimmung.
Sehr, sehr toll finde ich auch, wie abwechslungsreich das Buch ist. Es besteht nicht nur aus „normalem“ Text, sondern aus humorvollen Statistiken aus Maddys Notizbuch, Wortschnecken und vielem mehr. Das macht das Buch optisch zu einem echten Hingucker.
Das Ende des Buches kommt dann sehr überraschend und unerwartet. Es liefert einen spannenden Einblick in die menschliche Psyche und lässt den Leser sowohl ein wenig erleichtert als auch besorgt zurück.
Die Geschichte an sich hat mich also auf jeden Fall überzeugt. Allerdings bin ich persönlich etwas unzufrieden damit, dass auf dem Cover „Der Roman zum Film“ steht, letztendlich aber das einzige, das auf den Film hinweist, das Bild auf dem Cover ist. Mindestens ein paar Filmfotos hatte ich schon erwartet. Klar, er ist noch nicht erschienen – aber wenn das das Problem gewesen wäre, hätte man mit der Veröffentlichung des Buches doch einfach warten können, bis der Film in die Kinos gekommen wäre. Somit ist der „Roman zum Film“ einfach nur die Taschenbuchausgabe des Romans. Ich weiß, dass das keine Auswirkungen auf den grandiosen Inhalt des Buches hat, aber ein klein wenig enttäuscht bin ich schon.

Fazit:
„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ ist eine zuckersüße und auch sehr vielseitige Geschichte, die mich sowohl mit liebenswürdigen Charakteren als auch mit der emotionalen Handlung voll und ganz überzeugen konnte. Allerdings hätte ich mir bei dieser Ausgabe ein bisschen mehr zum Film erhofft, der übrigens am 22.06.2017 erscheint.

Vielen Dank an den cbj-Verlag und die Verlagsgruppe Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

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