Freitag, 30. Juni 2017

[Rezension] Das Juwel - Der Schwarze Schlüssel

Autorin: Amy Ewing (aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer)
Verlag: Fischer FJB
Teil einer Reihe: 3/3
Seiten: 400
ISBN 978-3841440198
Preis: 18,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Violet und der Geheimbund Der Schwarze Schlüssel bereiten einen Angriff auf den Adel vor, und Violet soll eine zentrale Rolle dabei spielen. Sie muss die jungen Frauen anführen, die die Auktion manipulieren und die Mauern der Einzigen Stadt zum Einstürzen bringen sollen. Doch Violet ist hin- und hergerissen. Ihre Schwester Hazel ist im Palast der Herzogin vom See gefangen. Um ihre Schwester zu retten, muss sie ihre Freunde und die gute Sache im Stich lassen und in das Juwel zurückkehren.

Meine Meinung:
Endlich habe ich ihn auch, den lang ersehnten dritten Teil der Juwel-Trilogie! An das große Finale hatte ich natürlich  hohe Erwartungen - und die wurden zu großen Teilen auch erfüllt!
Gleich zu Beginn ist das Buch schon  spannend und man kann sofort wieder in die Geschichte einsteigen. Im Vergleich zu den Vorbänden ist „Der Schwarze Schlüssel“ sehr vollgepackt mit Handlung (wenn auch nicht überladen!), weswegen es größtenteils schnell vorangeht. Der Schreibstil war wie in den Vorbänden sehr einfach gehalten, aber ich muss dennoch betonen, dass mir hier zum Beispiel weniger Wortwiederholungen aufgefallen sind und dass sich das Buch insgesamt sehr flüssig lesen ließ. Durch die vielen Schockmomente und Plot Twists herrschte bei mir die ganze Zeit der Drang, unbedingt weiterlesen zu müssen, und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Wirklich gut gefallen hat mir auch, wie sehr sich einige Charaktere hier weiterentwickelt haben. So hat zum Beispiel Carnelian, die sonst so schlechtgelaunte Nichte der Herzogin vom See, mich sehr beeindruckt und ich bin mir sicher, dass sie vielen Lesern, die sie in „Die Gabe“ nicht mochten, hier trotzdem zumindest in Ansätzen sympathisch sein wird. Ich persönlich finde es wirklich toll, dass Carnelian hier eine größere Rolle bekommt und zeigen kann, was in ihr steckt.
Auch die positiven Seiten des Adels und des Juwels werden in diesem Buch etwas näher beleuchtet, was einen das Geschehen aus einem interessanten Blickwinkel betrachten lässt. Ich hatte außerdem das Gefühl, dass dieses Buch deutlich tiefgründiger ist als die Vorbände und ich hatte teilweise richtig Gänsehaut.
Ich habe jedoch auch ein paar Kritikpunkte. An einigen Stellen wirkte die Protagonistin Violet für mich etwas „platt“ und ich hätte mir gewünscht, dass ihr Charakter noch ein wenig mehr zum Vorschein gekommen wäre. Teilweise wirkte es fast schon so, als wären einige Nebenfiguren besser ausgearbeitet gewesen. Noch mehr gestört hat es mich, dass die finale Schlacht viel zu schnell abgehandelt wird. Vom Ablauf her hat mir zwar alles sehr gut gefallen, aber dass der Kampf im Vergleich zum Rest der Handlung so kurz ist, war für mich persönlich  etwas unrealistisch. Wirklich schade finde ich auch, dass so viele Charaktere in diesem Buch gar nicht mehr auftauchen. So habe ich zum Beispiel Lily, die Violet in den Vorbänden mehrmals geholfen hat und außerdem ihre Freundin in Southgate war, wirklich vermisst. Sie wird mehrmals erwähnt, aber sie taucht weder in der Schlacht auf noch erfährt man später, was mit ihr geschehen ist. Dabei war sie in „Die weiße Rose“, um es spoilerfrei auszudrücken, noch in Lebensgefahr. Auch Violets Mutter hat mir irgendwie gefehlt - zumindest am Ende hätte sie meiner Meinung nach kurz auftauchen können.
Am meisten beschäftigt hat mich jedoch die Frage, was jetzt aus der Einzigen Stadt wird und vor allem, was eigentlich mit der Welt außerhalb der Insel ist. Existiert dort eine Zivilisation, wie wir sie kennen? Oder wurde die Welt von Naturkatastrophen etc. zerstört? Spielt das alles vielleicht sogar in einem Paralleluniversum und die Menschheit, wie wir sie kennen, hat niemals existiert? Das alles sind offene Fragen, die ich persönlich -zumindest zum Teil - gerne beantwortet gesehen hätte.
Insgesamt hat mir das Buch dennoch sehr gut gefallen und ich finde, dass es ein würdiger Abschluss für die Reihe ist.

Fazit:
Der dritte und letzte Teil der „Juwel“-Trilogie konnte mich trotz meiner Kritikpunkte überzeugen. Sowohl die Tiefgründigkeit als auch die mitreißende  Handlung sorgen noch einmal für spannende Lesestunden vor dem Ende einer nicht perfekten, aber dennoch tollen Reihe.

1 Kommentar:

  1. Eine schöne Rezension. Auch wenn ich die Reihe noch nicht gelesen habe und das eigentlich auch nicht vorhabe, macht mich deine Rezi doch ein wenig neugierig :)
    Liebe Grüße
    Kat

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