Donnerstag, 13. April 2017

[Rezension] Gated - Die letzten 12 Tage

Autorin: Amy Christine Parker (aus dem Amerikanischen von Bettina Münch)
Verlag: dtv
Teil einer Reihe: 1/2
Seiten: 336
ISBN 978-3423760980
Preis: 16,95€ (Hardcover)

Inhalt:
Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf . . .

Meine Meinung:
Auf dieses Buch war ich besonders gespannt, da ich das Thema Sekten total spannend finde. (Falls irgendjemand also Buchtipps zu dem Themengebiet hat - her damit!)
Pioneer, von den mysteriösen „Brüdern“ Auserwählter und Anführer der „Gemeinde“, die sich auf den bevorstehenden Weltuntergang vorbereitet, ist ein unglaublich vielschichtiger und faszinierender Antagonist. Man weiß zwar von Anfang an, dass er der „Böse“ ist, aber dass er mir trotzdem so sympathisch und so   überzeugend erschien, das finde
ich fast schon gruselig. Amy Christine Parker hat mit ihm eine Buchfigur geschaffen, die einem nicht so schnell aus dem Kopf geht.
Auch die anderen Figuren scheinen gut in die Geschichte zu passen. Besonders Marie, die beste Freundin der Protagonistin Layla, erschien mir dabei sehr liebenswürdig. Nicht unbedingt sympathisch, aber doch sehr interessant fand ich die Mutter von Layla, die sich, seit ihre zweite Tochter verschwunden ist, in einer Art „psychischem Loch“ befindet und im Laufe des Buches immer wieder vor die Frage gestellt wird: Ihre tote Tochter oder die, die noch lebt?
Beeindruckend finde ich auch, wie gut alles ausgearbeitet wurde und wie realistisch die gesamte Geschichte wirkt.
Außerdem mochte ich die Zitate (z.B. von anderen, realen Sektenführern oder aus der Bibel), die über jedem Kapitel aufgeführt wurden, sehr gerne. Sie waren für mich auf jeden Fall ein netter Zusatz  und gewähren dem Leser an einigen Stellen einen noch tieferen Einblick in die Geschichte.
Der Showdown war total spannend und an einigen Stellen habe ich richtig mitgefiebert, besonders, als Pioneer seine  „Psychospielchen“ veranstaltet hat.
Das etwas offene Ende war für mich ein sehr gelungener Abschluss des Buches, da alle Fragen geklärt wurden, man aber die Geschichte trotzdem für sich weiterdenken muss und viel in das Ende hineininterpretieren kann. Dass es noch eine Fortsetzung geben soll, macht mich daher eher skeptisch, da ich dieses Buch eigentlich für einen sehr gelungenen Einzelband halte. Mit Sicherheit werde ich mir den zweiten Teil aber aber trotzdem anschauen.
Kommen wir zu ein paar weiteren Kritikpunkten: Layla, die Protagonistin, wirkte an einigen Stellen etwas „blass“ und ich hätte mir oft mehr Gedanken bzw. Gefühle von ihr gewünscht, einfach, um das Ganze noch authentischer zu gestalten. Auch hatte ich am Anfang die Befürchtung, dass das Buch durch eine klischeehafte Liebesgeschichte zerstört wird, aber eigentlich bin ich mit der Lösung ganz zufrieden. Dennoch hätte ich mir vielleicht gewünscht hätte, dass Layla zunächst im freundschaftlichen Sinne an Cody denkt und sich nicht sofort mit der Frage beschäftigt, ob sie ihn liebt oder nicht.
Ansonsten halte ich dieses Buch aber für wirklich gelungen, weswegen es auch eine klare Leseempfehlung von meiner Seite aus gibt!

Fazit:
„Gated - Die letzten 12 Tage“ überzeugt nicht nur durch eine spannende Thematik, sondern auch durch tiefgründige Charaktere, sodass ich es trotz kleiner Kritikpunkte für ein wirklich sehr gelungenes Buch halte. Was die Fortsetzung angeht, bin ich aber etwas skeptisch, weil das Ende an sich schlüssig ist und eigentlich gut zu dem Buch passt.

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