Freitag, 23. Dezember 2016

[Rezension] Will Grayson, Will Grayson


Autoren: John Green & David Levithan
Verlag: Penguin
Seiten: 352
ISBN 978-0141346113
Preis: 7,99€ (Taschenbuch)
Das Buch ist auf Deutsch unter dem Titel ,,Will & Will" erhältlich.

Inhalt:
Sie heißen beide Will Grayson, wohnen in Chicago, sind siebzehn und haben dasselbe Problem: Aus Angst, es mit der Liebe zu versemmeln, lassen sie sich auf Romantisches gar nicht erst ein. Der eine zögert seit Wochen, sich selbst einzugestehen, was für andere offensichtlich ist: dass er bis über beide Ohren in seine Mitschülerin Jane verliebt ist. Der andere flüchtet sich in eine Online-Beziehung, anstatt sich vor seinen Freunden zu outen. Doch alles ändert sich, als Will & Will eines Abends ganz zufällig aufeinandertreffen …

Meine Meinung:
Obwohl ich ein riesiger Fan von John Green und seinen Büchern bin, konnte mich dieses nicht ganz so begeistern wie zum Beispiel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“.
Zuerst aber einmal die Sachen, die mir gut gefallen haben:
So finde ich zum Beispiel die Idee mit den beiden Will Graysons sehr originell und außergewöhnlich. Es gibt ja einige Bücher, in denen sich zwei getrennte Zwillinge zum ersten Mal treffen, aber über zwei gleichnamige Personen habe ich so noch nie etwas gelesen.
Gut finde ich auch, dass dieses Buch wichtige Themen wie das Recht auf Individualität und Homosexualität behandelt, aber dabei nicht unbedingt „schonend“ ist, sondern doch realistisch.
Außerdem mochte ich den Charakter Tiny, der am Anfang zwar etwas seltsam wirkte, aber mir gerade gegen Ende hin immer sympathischer wurde. Das Ende hat mir dann sehr gut gefallen.
Allerdings hatte ich den Eindruck, dass eher Tiny der Protagonist sei, während die beiden Will Graysons teilweise eher passiv wirkten, obwohl die Geschichte aus deren Sicht erzählt wurde.
Außerdem fiel es mir teilweise schwer, mich in die beiden Will Graysons hineinzuversetzen und konnte mich irgendwie mit keinem von beiden so richtig identifizieren.
Auch war es etwas seltsam, dass Will und Will nie wirklich viel miteinander zu tun hatten, sondern immer nur mit Tiny, der ja - wie bereits erwähnt - eher wie die Hauptfigur in diesem Buch wirkte.
Teilweise hatte ich außerdem das Gefühl, es würde irgendwie nicht wirklich viel geschehen.
Das Buch ist in einer sehr „jugendlichen“ Sprache, was ich auf Dauer zwar meistens nervig finde, aber hier angebracht erscheint, und solange damit nicht übertrieben wird, finde ich es eigentlich eine ganz nette Abwechslung, zwischendurch mal ein bisschen was eher Umgangssprachliches zu lesen.
Interessant finde ich die Art und Weise, wie die Autoren die Sache mit den zwei verschiedenen Sichten gemeistert haben - während ich da bei anderen Büchern oft etwas verwirrt bin, ist hier eine klare Trennung zu erkennen, weil die Kapitel der Sicht des einen Will in ganz normalem Englisch geschrieben sind, während der andere Will nur in Kleinbuchstaben und im Chatstil erzählt. Für einige sicher ungewöhnlich und auf jeden Fall Geschmackssache, aber ich finde, es ist schon eine originelle Idee.

Fazit:
Hinter „Will Grayson, Will Grayson“ steckt eine tolle Idee, bei deren Umsetzung ich zwar einiges zu kritisieren habe, aber insgesamt hat mir das Buch eigentlich ganz gut gefallen. Wer aber lieber spannungsgeladene und actionreiche Bücher liest, ist hiermit fehl am Platz.

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