Freitag, 23. Dezember 2016

[Rezension] Mein bester letzter Sommer

Autorin: Anne Freytag
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 368
ISBN 978-3453270121
Preis: 14,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …

Meine Meinung:
Da mir so viel von diesem Buch vorgeschwärmt wurde, bin ich natürlich neugierig geworden, und obwohl die Geschichte zunächst sehr nach dem Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green (das ich übrigens liebe!) klang, konnte es mich doch einigermaßen überzeugen.
Der Anfang hat mich allerdings etwas irritiert, und die Situation mit der Liebe auf den ersten Blick machte einen extrem klischeehaften Eindruck. Eigentlich schade, weil ich die Geschichte von Tessa und Oskar bis auf den Anfang ganz schön finde.
Außerdem hat es mich etwas gestört, dass Tessa zu Anfang des Buches die ganze Zeit so zickig war. Auch, wenn man später erfährt, dass sie  einen Grund für dieses Verhalten hat, hatte ich das Gefühl, es sei ein bisschen zu viel des Guten.
Außerdem hatte ich Probleme damit, Tessas extremen Minderwertigkeitskomplexe nachzuvollziehen. Bis zu einem gewissen Grad mag das aufgrund von ihrer Situation zwar authentisch und glaubhaft wirken, aber dass sie sich auch nach dem gefühlt tausendsten Liebesbeweis immer noch verkriechen will und an sich selbst zweifelt, nervt schon ein wenig.
Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, habe ich gedacht, dass die Reise, die Tessa und Oskar unternehmen, etwas Heimliches und Verbotenes ist, und auch wenn ich es keineswegs schlimm finde, dass diese Reise von den Eltern genehmigt wurde, so stört es mich doch, dass diese Reise so schnell genehmigt wurde.
Auch sehr schnell und abrupt und vor allem sehr vorhersehbar kam das Ende, wo ich mir etwas mehr Überraschungs- und Schockmomente erhofft hätte.
Auf der anderen Seite finde ich, dass dieses Buch eine wirklich schöne Liebesgeschichte erzählt und zeigt, wie viel man in so kurzer Zeit schaffen kann. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen, sodass man förmlich über die Seiten fliegt.
Die meisten Charaktere waren mir sehr sympathisch und einige, besonders Tessas Schwester Larissa, haben mich sehr überrascht. In Bezug auf Larissa wird einem außerdem klar, wie es für einen Teenager ist, immer im Schatten der älteren Geschwister zu stehen und sogar beim Sterben überholt zu werden. Die Gedanken und Gefühle dieses Charakters finde ich deshalb besonders gelungen und authentisch dargestellt.
Dieses Buch spricht außerdem unterbewusst viele zum Nachdenken anregende Themen an und steckt voller toller Zitate, die ich mir gleich aufschreiben musste.
Ich finde es auch toll, dass es zu diesem Buch eine eigene Playlist gibt (die ihr unter dem Namen #teskar zum Beispiel auf Spotify finden könnt) und habe das Buch zu großen Teilen mit Musik gelesen, was dem Buch für mich noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre verliehen hat, weil die Lieder teilweise einfach richtig gut zum Buch passen.
Das Buch lädt zum Träumen ein und weckt gleichzeitig das Fernweh sowie den Wunsch, das Leben zu genießen, solange man noch kann - insgesamt hat es mir also wirklich gut gefallen, trotz der Kritikpunkte.

Fazit:
„Mein bester letzter Sommer“ ist ein tolles Buch, das zum Nachdenken anregt, aber doch Spaß beim Lesen macht. Einige Dinge haben mir zwar nicht besonders gut gefallen, aber ich denke, gerade Fans von Liebesgeschichten werden dieses Buch trotzdem mögen.

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