Freitag, 11. November 2016

[Rezension] Die Ungehörigkeit des Glücks

Autorin: Jenny Downham (aus dem Englischen von Astrid Arz)
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
Seiten: 480
ISBN 978-3570102923
Preis: 19,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …

Meine Meinung:
Zu Beginn wirkte die Geschichte auf mich sehr chaotisch und ich konnte mich irgendwie auch nicht so richtig mit dem Schreibstil anfreunden. Besonders die Rückblenden und die Teile der Geschichte aus der Sicht von Mary, die unter Alzheimer leidet, waren anfangs sehr verwirrend für mich. Im Laufe der Zeit wird es aber immer besser und die Geschichte lässt sich immer flüssiger lesen.
Wer allerdings nach einem spannenden Abenteuerroman sucht, ist hier fehl am Platz. In „Die Ungehörigkeit des Glücks“ gibt es keine besonders ausgeprägte und rasante Handlung, die Charaktere und ihre Entwicklungen stehen in diesem Buch an erster Stelle. Da sich die Autorin aber offensichtlich große Mühe mit den Charakteren beziehungsweise der Familiengeschichte gegeben hat, finde ich das nicht besonders schlimm.
Nachdem man sich also nach und nach in die Geschichte einfindet, lernt man auch nach und nach die Charaktere kennen. Besonders  Mary war mir zunächst sehr sympathisch, und natürlich auch Katie, ihre Enkelin, die sich im Gegensatz zu Marys Tochter schnell mit der alten Frau anfreundet. Später findet man dann heraus, dass Mary etwas in den Augen einiger wirklich Schreckliches getan hat, weswegen ihre eigene Tochter auch so wenig von ihr hält. Mir persönlich hat es Spaß gemacht, dieses „Familiengeheimnis“ aufzudecken, und es hat mir sehr gefallen, dass man bei dieser Geschichte kein eindeutiges „gut“ und „böse“ ausmachen kann, weil eigentlich jeder seinem Charakter entsprechend und sehr nachvollziehbar handelt. Man kann sich also in alle Parteien hineinversetzen und beobachtet den Konflikt von verschiedenen Standpunkten aus.
Davon abgesehen hat die Protagonistin Katie auch andere Probleme: Nach einem missglückten Annäherungsversuch bei ihrer ehemaligen besten Freundin wird sie gleichzeitig ausgegrenzt und hat Probleme damit, sich zu outen. Dabei war sie teilweise so unentschlossen, dass es fast schon genervt hat. In Sachen Liebesgeschichte verlief es dann aber doch recht vorhersehbar, aber das Ende hat mir wirklich gut gefallen, sodass das Buch für mich insgesamt wirklich gelungen ist.

Fazit:
Obwohl die Handlung eher mager ist, kann das Buch mit seinen Charakteren und deren Entwicklungen wirklich punkten und hat mir deshalb trotz einiger Mängel wirklich gut gefallen. Wer dramatische Familiengeschichten mag, dem kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen!


Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Tolle Rezi! So jetzt bin ich endlich auf deinem Blog gelandet -und bleibe gleich mal als Follower da ^^
    Liebe Grüße, Lena
    (lenainlovewithbooks.blogspot.de)

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