Dienstag, 25. Oktober 2016

[Rezension] Zorn und Morgenröte

Autorin: Renée Ahdieh (aus dem Englischen von Dietmar Schmidt)
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe)
Teil einer Reihe: 1/2
Seiten: 400
ISBN 978-3846600207
Preis: 16,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein ... Und doch werden sie magisch voneinander angezogen ...

Meine Meinung:
Um ehrlich zu sein, hat mich das Buch nicht halb so begeistert wie erwartet, was ich eigentlich sehr schade finde, weil mir die Grundidee wirklich gut gefällt. Die Umsetzung konnte mich jedoch nicht begeistern.
Zuerst einmal ist da die Protagonistin Sharzard: Es fällt einfach schwer, sich in sie hineinzuversetzen, weil sie so wenig Charakter hat - zuerst scheint sie nur zu existieren, um Chalid zu hassen, und später nur, um ihn zu lieben. Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären: Dass Sharzards Hass auf Chalid so schnell umschlägt und sie sich sofort in ihn verliebt und ihn auf offener Straße küsst. Gut, sie mag vielleicht merken, dass er nicht unbedingt das Monster ist, das er zu sein scheint - aber muss sie sich da gleich in ihn verlieben, wo sie ihn doch kaum kennt? Und warum lässt Chalid ausgerechnet sie am Leben, nur weil sie eine (nicht mal besonders faszinierende) Geschichte erzählt, und warum verliebt er sich sofort in sie? Das Ganze wirkt extrem klischeehaft und unglaubwürdig und zieht die ganze Geschichte runter.
Außerdem haben die ganzen orientalischen „Fachbegriffe“ etwas irritiert. Es gibt zwar ein Glossar am Ende des Buches, aber es nervt ein wenig, jeden dritten Satz nachschlagen zu müssen. Irgendwann gewöhnt man sich aber daran und viele Wortbedeutungen kann man sich auch selbst denken.
Gut gefallen hat mir zum Beispiel dieser orientalische Hauch, der diese Geschichte umgibt und etwas von „1001 Nacht“ hat. Außerdem mochte ich diese Geheimniskrämerei rund um Chalids Morde an den jungen Frauen, weil das ganze Buch dadurch viel mysteriöser wirkt. Allerdings hat mich die „Auflösung“ des ganzen nicht so begeistert wie erwartet, obwohl dadurch sicherlich ein spannender Showdown hätte entstehen werden können. Stattdessen endet das Buch auf eine ziemlich seltsame Art, die wohl neugierig auf den zweiten Teil machen soll, aber irgendwie fehl am Platz wirkt. Meiner Meinung nach hätte man einfach 50-100 Seiten anhängen und das Buch danach beenden können. So bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob sich Teil 2 für mich wirklich zu lesen lohnt.

Fazit:
„Zorn und Morgenröte“ ist eine Geschichte mit viel Potenzial, aber einer eher mageren Umsetzung. Als Einzelband hätte mir das Buch glaube ich besser gefallen, weil so die Handlung etwas näher zusammengerückt und spannender gewesen wäre. Außerdem hat mich das Buch in Sachen Liebesgeschichte sehr enttäuscht.
Ein Erscheinungsdatum für Teil 2 gibt es übrigens noch nicht.

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