Mittwoch, 5. Oktober 2016

[Rezension] Wie Schnee so weiß

Autorin: Marissa Meyer (aus dem Englischen von Bettina Arlt)
Verlag: Carlsen
Seiten: 848
ISBN 978-3-551-58289-8
Preis: 24,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Das kann Königin Levana, Herrscherin des Mondes, nicht dulden: Ihre Stieftochter, Prinzessin Winter, wird täglich schöner und ihr Zauber immer mächtiger! Wütend zwingt die böse Königin sie dazu, sich das Gesicht mit Schnitten zu verunstalten – doch die Narben können Winters Schönheit nichts anhaben. Schließlich versucht Levana sogar, sie umbringen zu lassen. Da fasst Winter einen verzweifelten Plan: Sie muss die rechtmäßige Thronfolgerin Selene finden, um gemeinsam mit ihr die böse Königin zu stürzen …

Meine Meinung:
Endlich, ENDLICH habe ich auch den letzten Teil dieser wunderbaren  Reihe lesen können - oder sollte ich eher sagen, leider? Denn dass es jetzt vorbei ist, ist unglaublich schrecklich und um ehrlich zu sein, musste ich sogar ein paar Tränchen verdrücken, als ich die letzte Seite gelesen habe. Bei manchen Reihen ist es ja  so, dass man sich wünscht, sie würden niemals enden - und diese ist für mich definitiv eine davon!
Auf der anderen Seite war es natürlich eine große Erleichterung, zu erfahren, wie es mit den liebgewonnenen Charakteren aus den Vorbänden weiter - und ausgeht.
Auch die neue (Mit-)Protagonistin Winter hat mir wirklich richtig gut gefallen. Der letzte Teil der Luna-Chroniken ist teilweise nämlich wieder wie ein Märchen aufgebaut, und dieses Mal ist es „Schneewittchen“. Winter ist also eine Art Schneewittchen mit Königin Levana als ihre böse Stiefmutter. Da sie - anders als Levana - ihre Gabe nicht einsetzt, weil es für sie unvorstellbar ist, andere Leute zu manipulieren, hat sie oft Halluzinationen und wirkt manchmal ziemlich verrückt. Aber ich finde, gerade das macht sie so interessant und sympathisch, weil es wenige Buchcharaktere gibt, die so massive psychische Probleme zu haben scheinen.
Auch das Märchen wurde - obwohl ich anfangs meine Zweifel hatte, zum Beispiel die Sache mit dem vergifteten Apfel betreffend - grandios umgesetzt und mit der Geschichte verknüpft. Richtig gut finde ich außerdem, dass man sich - obwohl sie ohne Zweifel die „Böse“ in dieser Geschichte ist - in diesem letzten Teil der Reihe besonders gut in Königin Levana hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen, wenn auch nicht unbedingt tolerieren kann. Mir ist es generell wichtig, dass die Antagonisten immer auch eine gewisse Authentizität vermitteln, und hier ist es definitiv der Fall.
 Natürlich geht es auch mit Cinder und den anderen weiter, die eine Revolution planen, um Levana zu stürzen. Das Buch ist also so vollgepackt mit verschiedenen Handlungen, die aufeinander zulaufen, dass die über 800 Seiten bestens genutzt werden, und es wird kein einziges Mal unübersichtlich und langweilig, im Gegenteil. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und es war, als würde man auf einer Emotionsachterbahn fahren, weil von Schock über Trauer, Gänsehaut, Empörung und unbändige Freude alles dabei war. Gerade zum Ende hin wird es immer atemberaubender und spektakulärer, bis zu dem fesselnden Showdown, der einen mehr als würdigen Abschluss für diese wahnsinnig tolle Reihe bildet.

Fazit:
„Wie Schnee so weiß“ ist - wie schon die Vorbände - ein perfekter Mix aus Science-Fiction, Dystopie und Fantasy und ein mehr als gelungener Abschluss für die Luna-Chroniken, die meiner Meinung nach jeder lesen sollte, der es nicht schon getan hat!

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