Dienstag, 27. September 2016

[Rezension] Tschick

Autor: Wolfgang Herrndorf
Verlag: Rohwolt Taschenbuch Verlag
Seiten: 256
ISBN 978-3499256356
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Inhalt:
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

Meine Meinung:
Nachdem ich sehr viel Gutes über dieses Buch gehört habe, war ich natürlich sehr gespannt darauf, als ich es als Klassenlektüre für die Schule lesen musste.
Bis auf einige Stellen, wo das Buch etwas langweilig und gezwungen wirkte, hat es mir aber ganz gut gefallen.
Bevor erzählt wird, wie es zu der verrückten Autofahrt durch ganz Deutschland kommt, wird erst einmal die Ausgangssituation beschrieben, in der sich Maik Klingenberg, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, nach einem Unfall auf der Polizeiwache befindet und mit der Situation total überfordert ist. Seine Verpeiltheit bringt einen sowohl zu Anfang als auch im Verlauf der ganzen Geschichte immer wieder zum Lachen. Sowohl Maik als auch Tschick später waren mir als Protagonisten sehr sympathisch, und obwohl sie sehr unterschiedlich sind, habe ich doch das Gefühl, dass viele Jugendliche sich mit den beiden gut identifizieren können.
Der Schreibstil ist sehr „jugendlich“ gestaltet; aufgrund des jungen Ich-Erzählers gibt es einige grammatikalische Ungereimtheiten und die Geschichte ist teilweise mit - meiner Meinung nach ein bisschen  zu - vielen Kraftausdrücken gespickt. Aber ich glaube, gerade das könnte vielen Jugendlichen gefallen und ihnen ein Gefühl von Authentizität vermitteln.
Die Geschichte greift ein aktuelles Thema - Migration und Integration in Deutschland - wieder auf und beschreibt auf interessante und realistische Weise, wie sich Jugendliche Auswanderer fühlen könnten. Da dieses Thema auch immer aktuell bleiben wird, kann ich mir gut vorstellen, dass dieses Buch auch in Zukunft noch gerne gelesen wird.

Fazit:
„Tschick“ ist eine tolle Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft, bei der es nur selten langweilig wird. Aktuelle Themen wie Migration, Vorurteile und die Probleme, mit denen Jugendliche täglich zu kämpfen haben, werden authentisch wiedergespiegelt und verleihen dem Buch etwas Zeitloses.

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