Montag, 12. September 2016

[Rezension] Layers

Autorin: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Seiten: 448
ISBN 978-3-7855-8230-5
Preis: 14,95€ (Klappenbroschur)

Inhalt:
Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch - und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun? In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf - denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke - sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt.

Meine Meinung:
Die Grundidee, die hinter diesem Buch steckt, hat mich von Anfang an fasziniert und wurde meiner Meinung nach auch größtenteils gut umgesetzt.
Am Anfang wird man sozusagen mitten in die Geschichte „hereingeworfen“ und es geht, ohne lange Beschreibungen, direkt mit der Handlung los. Man erfährt einiges über das Leben des obdachlosen Dorian und kann sich ziemlich gut in seine Situation hineinversetzen. Auch seine Reaktion, als er plötzlich neben dem ermordeten Emil, seinem Konkurrenten auf der Straße, wirkt sehr authentisch. Dass man am Anfang wenig über seinen Charakter erfährt und er dadurch etwas „farblos“ wirkt, kann man sicherlich auf den Schock über das Geschehene zurückweisen.
Als er in die Villa kommt, ist sowohl für ihn als auch den Leser erst einmal alles ziemlich verwirrend. Man fragt sich, ob Dorian wirklich etwas mit dem Mord zu tun hat und natürlich, was genau hinter dieser Wohngemeinschaft von ehemaligen Obdachlosen liegt - denn irgendetwas scheint dort nicht normal zu sein ... Auch Bornheim, der Kopf des ganzen, ist nur schwer einzuschätzen. Nach außen hin scheint er übertrieben freundlich und fürsorglich, doch was liegt hinter der Fassade?
In der Villa trifft Dorian außerdem auf Stella, zu der er sich  - meiner Meinung nach etwas zu schnell - hingezogen fühlt. Die intimen Stellen zwischen ihnen wirkten auf mich viel zu früh und unrealistisch. Natürlich sehnt Dorian sich nach Monaten auf der Straße nach menschlicher Nähe, und natürlich braucht man ein Druckmittel für ihn, sobald er erst einmal auf der Flucht ist, aber ich finde, das ganze hätte langsamer angegangen werden sollen. Aus den zwei, drei Wochen hätten auch problemlos ein paar mehr werden können, das hätte es auch realistischer gemacht, dass Dorian mit der streng geheimen Paketlieferung betraut wird, die ihn schließlich in Gefahr bringt.
Die Flucht kreuz und quer durch die Stadt nimmt einen großen Teil des Buches ein, dennoch war ich selten gelangweilt, weil Dorian immer mehr mysteriöse Botschaften erhält und es natürlich auch für den Leser spannend ist, sie zu entschlüsseln und das Geheimnis hinter den „Layers“ zu lüften.
Im Vergleich zu dem Mittelteil wirkte der Showdown dann relativ hastig, jedoch wartet dort eine große Überraschung auf den Leser, die am Ende sicherlich noch einmal für Schockierung sorgt.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Buch zwar gut ist, aber besser hätte sein können.

Fazit:
„Layers“ ist ein nettes Buch, hinter dem zwar eine richtig gute Idee steckt, das aber sein Potenzial nicht voll entfaltet hat. Trotzdem kann ich das Buch vor allem an Mystery-Fans weiterempfehlen.

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