Sonntag, 3. Juli 2016

[Rezension] Eine wie Alaska

Autor: John Green (aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz)
Verlag: Carl Hanser Verlag
Seiten: 280
ISBN 987-3-446-20853-7
Preis: 9,95€ (Taschenbuch)



Inhalt:
"'Und was ist das für ein Labyrinth?', fragte ich. Ihr Mund war so nah, dass ich ihren warmen Atem in der Abendluft spürte, als sie sagte: 'Das ist das Rätsel, verstehst du? Ist es das Labyrinth des Lebens oder des Todes? Wem will er entkommen - der Welt oder ihrem Ende?' Ich wartete, dass sie fortfuhr, aber nach einer Weile begriff ich, dass sie von mir die Antwort wollte."

Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat in Culver Creek verliebt er sich auf den ersten Blick in Alaska. Alaska ist ein Rätsel, eine Göttin, ein Wunder. Sie mag Lyrik, klassische Literatur, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Den Namen Alaska hat sie sich selber ausgesucht, weil ihr "Mary" zu langweilig war.
Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Wie kann er einem solchen Wesen begegnen, ohne sich heillos zu verlieren? Wie kann er an Alaska herankommen? Dass hinter verrückten aufgekratzten Seite etwas Weiches und unendlich Verletzliches steckt, ist offensichtlich.
Wer ist Alaska wirklich? Und was hat der lang ersehnte Kuss zu tun, den Alaska Miles gegeben hat?

Meine Meinung:
Ich glaube, es gibt kaum Autoren, die es so gut wie John Green verstehen, Philosophie mit Humor zu verbinden, die über ernste Themen schreiben und die Leser dennoch mit ihren Büchern zum Lachen bringen können.
Miles, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, hat einen unglaublich vielschichtigen Charakter, auch wenn er auf den ersten Blick wie der "klassische Loser" scheinen mag. Dieser Eindruck verflüchtigt sich meiner Meinung nach jedoch schnell. Im Laufe der Geschichte macht er eine Menge Veränderungen durch - er raucht, trinkt Alkohol, verstößt gegen die Regeln -, aber er bleibt trotzdem immer er selbst. Auch die anderen Charaktere sind nicht so draufgängerisch, wie sie anfangs vielleicht aussehen. Jeder ist auf seine Weise etwas ganz Besonderes, und es gibt eigentlich niemanden, den man nicht sofort ins Herz schließt. Auch die Geschichte an sich lässt einen mitfiebern, obwohl sie eigentlich etwas völlig Alltägliches beschreibt - die Geschichte von Miles und Alaska hätte exakt so auch in Wirklichkeit passiert sein können. Nichtsdestotrotz hat sie etwas Magisches an sich und ich würde sie jedem empfehlen. Auch, wenn das größte Rätsel - wie man den Weg aus dem Labyrinth des Leidens findet - wohl weiterhin ein Rätsel bleibt.



Fazit:
Ein unglaublich gelungener Debüt-Roman, den ich nur weiterempfehlen kann!

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