Freitag, 20. April 2018

[Rezension] Die Stille meiner Worte

Hallo ihr Lieben!❤
Heute gibt es von mir eine Rezension zu einem Buch, das mich wirklich sehr berühren konnte. Dass Ava Reed nun zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört, hat sich mit „Die Stille meiner Worte" erneut bestätigt. Warum? Nun, das erfahrt ihr jetzt ...
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


Autorin: Ava Reed
Verlag: Ueberreuter Verlag
Seiten: 320
ISBN 978-3-7641-7079-0
Preis: 16,95€ (Hardcover mit Schutzumschlag)


Inhalt:
Hannah hat ihre Worte verloren. In der Nacht, als ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen? Niemand kann das. Egal, was Hannahs Eltern versuchen, sie schweigt.
Um Izzy nicht loslassen zu müssen, schreibt sie ihr Briefe. Schreibt und verbrennt sie. Immer wieder.
Hannah kann der Stille ihrer Worte nicht entkommen. Bis sie Levi trifft, der mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist …


Meine Meinung:
Ava, you did it again! Mit ihrem neuen Jugendbuch hat mich die Autorin wieder einmal vor eine emotionale Herausforderung gestellt ...
„Die Stille meiner Worte" handelt von Hannah, die ihre Zwillingsschwester Izzy verloren hat. Eine absolute Horrorvorstellung für jedermann - und auch Hannah ist psychisch vollkommen am Ende. Wem soll sie sich denn jetzt anvertrauen, mit wem kann sie noch glücklich sein, mit wem kann sie über all ihre Probleme reden? Wie es scheint, mit niemandem. Und so ist sie völlig verstummt.
Dadurch, dass die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, wird man als Leser völlig mitgerissen: Man fühlt ihren Schmerz und ihre Trauer und erlebt auf eine unglaublich intensive Art und Weise all das, was sie gerade durchmacht, hautnah mit. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, all das erschien mir während des Lesens zum Greifen nah.
Ich war vor allem beeindruckt darüber, wie laut sie wirkte, obwohl sie die ganze Zeit über kein einziges Wort spricht. In ihr stecken so viele Emotionen, so viele unausgesprochene Worte und so viel Leben - auch wenn sie letzteres selbst stark bezweifelt. Man spürt deutlich, wie sehr sie innerlich zerrissen ist und wie sehr ihr Herz an Izzy hängt, ihrer Schwester, die all das nicht mehr mit ihr teilen kann. Und weil sie nicht mehr mit ihr sprechen kann, schreibt Hannah Briefe. Briefe voller Liebe und Trauer, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung zugleich. Mehr als alles andere wünscht sie sich, dass Izzy, wo immer diese jetzt auch sein mag, ihre Briefe lesen kann.


„Ich kann dich nicht festhalten, aber noch weniger kann ich dich loslassen. Wieso hast du mich halb hiergelassen und halb mitgenommen?" - Zitat


Gerade am Anfang merkt man, wie schlecht es Hannah geht und wie sehr sie eine Veränderung herbeisehnt und gleichzeitig will, dass alles wieder so wird wie zuvor. Insbesondere die ersten 50 Seiten sind geradezu deprimierend, weil alles so ausweglos erscheint. Danach geht es langsam, aber schleppend voran. Und auch dann dauert es noch eine ganze Weile, bis es tatsächlich wieder aufwärtsgeht.
Hannah wird in ein Sommercamp für Jugendliche geschickt, in dem alle ihr „Päckchen" zu tragen haben. Dort lernt sie zum ersten Mal Gleichaltrige kennen, die mit ähnlichen oder auch ganz anderen Problemen kämpfen. Insbesondere Hannahs Zeltgenossin Sarah, die aus einem ganz bestimmten Grund panische Angst vor der Dunkelheit hat und deshalb regelmäßig Panikattacken bekommt, hat mich mit ihrem Schicksal und ihrer Geschichte sehr bewegt.
Auf ganz natürliche, ungezwungene und dennoch eindrucksvolle Art und Weise schildert Ava Reed dabei, dass es die verschiedensten Arten von psychischen Problemen und Möglichkeiten, damit umzugehen, gibt. Zu sehen, wie all die Jugendlichen, die auf den ersten Blick wie „kaputt" und nicht mehr zu reparieren aussehen, nach und nach auftauen und eine Gemeinschaft bilden, die sich gegenseitig stützt und hilft, war einfach wundervoll. Es wird klar: Freundschaft und Zusammenhalt machen zwar nichts weniger schlimm, aber doch vieles leichter erträglich.


Während des Sommercamps trifft Hannah dann auch auf Levi. Ihre erste Begegnung verläuft eher zufällig und Levi jagt ihr dabei auch noch einen Riesenschrecken ein. Nicht unbedingt das, was man als gute Vorraussetzungen bezeichnen würde, und doch ist er fasziniert von ihr. Er will sie kennenlernen, hinter die Fassade blicken, erfahren, was es mit der Stille ihrer Worte auf sich hat.
Und langsam, ganz langsam, baut sich zwischen den beiden so etwas wie eine Beziehung auf. Keine leidenschaftliche, berauschende Liebesgeschichte, sondern vielmehr ein unendlich zartes, zerbrechliches Gebilde. Und doch etwas ganz Besonderes.
Einen Teil der Geschichte steuert Levi dabei aus seiner Perspektive bei. So lernt man auch ihn im Verlauf der Handlung immer besser kennen und ergründet seine verschiedenen Facetten.


Ebenfalls absolut begeistern konnte mich Hannahs Kater Mo. Dieser war und ist ihr noch immer eine riesige Stütze - gerade jetzt, nach Izzys Tod, scheint er der Einzige zu sein, der sie so richtig versteht.
Er ist nicht nur zuckersüß, sondern verleiht manchen Situationen durch seine bloße Anwesenheit eine gewisse Leichtigkeit. Eins steht fest: Ich habe mich in den kleinen Vierbeiner verliebt - und ich bin mir sicher, ihr werdet es auch tun!


Ich denke, es ist längst kein Geheimnis mehr, dass ich Avas Schreibstil geradezu vergöttere. Es gibt nur wenige Autorinnen und Autoren, die es schaffen, immer die richtigen Worte zu finden und mich so tief zu berühren, wie sie es immer wieder tut. Mal ist er melancholisch angehaucht, mal traurig und voller Verzweiflung und dann wieder lustig und schön, ja, geradezu poetisch - und in jedem Fall einzigartig. Die Autorin schafft es, auf ihre ganz eigene Weise das Leben und alles, was dazugehört, einzufangen und auf Papier zu bannen. Und so fühlt sich auch diese Geschichte unglaublich lebendig an: Man kann gar nicht anders, als mitzufiebern, mitzuleiden und mitzulachen.


 „Wenn ich es laut aussprechen müsste, wenn ich das könnte, würde es bescheuert klingen. Wenn ich andere doch nur dazu bringen könnte, das zu fühlen, was ich fühle ..." - Zitat


Erst ganz am Ende erfahren wir, was es wirklich mit Izzys Tod auf sich hat und was genau in jener verhängnisvollen Nacht geschehen ist. Und Hannahs tiefe Zerrissenheit erscheint auf einmal in einer ganz anderen Dimension. Gerade, wenn man glaubt, sie verstanden zu haben, tut sich ein völlig andere Blickwinkel auf die gesamte Situation auf und man begreift endlich, warum Hannah sich die Schuld am Tod ihrer Zwillingsschwester gibt.
Zugegebenermaßen, ich war wirklich schockiert. Und nachdem der anfängliche Schock überwunden war, konnte ich mich besser in ihre Situation hineinversetzen als je zuvor. Auch mich hat diese eine Gewissheit innerlich förmlich zerrissen ...
Vollkommen überflüssig, zu sagen, dass gerade gegen Ende hin auch nicht gerade wenige Tränen geflossen sind. „Die Stille meiner Worte" ist ein wirklich unglaublich emotionales und einfach wunderschönes Buch, das ich euch nur ans Herz legen kann! Ich bin mir sicher, ihr werdet eures ebenfalls an diese Geschichte, an die Charaktere und an die Message dahinter verlieren. Ich bin begeistert!


Fazit:
Es gibt Bücher, die packen dich völlig unvermittelt, reißen dich mit und lassen dich auch nicht mehr los. „Die Stille meiner Worte"  ist eines dieser Bücher. Auf mitfühlende, berührende und authentische Art und Weise erzählt Ava Reed von den Schicksalen zweier mehr oder weniger kaputter Jugendliche, die zueinander finden und dabei auch ein Stück von sich selbst wiederfinden. Mir hat die Geschichte sogar so gut gefallen, dass ich mir, nachdem ich das E-Book gelesen habe, unbedingt auch die Printausgabe holen musste.
Eine ganz große Herzensempfehlung!


Vielen Dank an den Ueberreuter-Verlag für das E-Book-Rezensionsexemplar!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung in keinster Weise verändert.)

Ihr wollt mehr Infos zum Buch? Dann klickt hier.


✤✤✤


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Sonntag, 15. April 2018

Von fesselnden Dystopien bis zu lustigen Kinderbüchern - Mein Lesemonat März

Hallo ihr Lieben!❤
Heute möchte ich euch gerne die Bücher zeigen, die ich im letzten Monat gelesen habe, und in ein bis zwei Sätzen kurz schildern, wie mir das jeweilige Buch gefallen hat.  Es waren nämlich ein paar wirklich tolle Titel dabei, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte!
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Die 11 Bücher, die ich im März gelesen habe
Fangen wir direkt an mit einem ganz besonderen Buch! „Dumplin' - Go big or go home" von Julie Murphy lässt sich nur als Gute-Laune-Geschichte bezeichnen. Es gibt zwar einige Schwachstellen, die ich euch demnächst in einer Rezension ausführlicher darlegen werde, aber die Message überzeugt auf jeden Fall!
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Ava, you did it again! Mit  „Die Stille meiner Worte" hat die Autorin mich erneut in einen menschlichen Wasserfall verwandelt. Ihr neues Jugendbuch konnte mich wirklich sehr berühren und überzeugt nicht nur durch vielschichtige und absolut wundervolle Charaktere, sondern auch durch einen zauberhaften, fast schon poetischen Schreibstil. Von Seite zu Seite habe ich mich mehr in die Geschichte verliebt und ich kann euch dieses emotionale Jugendbuch wirklich nur ans Herz legen!
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 „36 Fragen an dich" habe ich gemeinsam mit der lieben Josi von Neomiscrazyworld gelesen und wir waren uns in unserer Meinung über das Buch die ganze Zeit über einig. Die Grundidee ist wirklich genial und das wissenschaftliche Experiment, auf dem das Buch beruht, hat uns beide fasziniert - allerdings fehlte es uns bei der Umsetzung teilweise an Tiefe. Außerdem wirkten einige Wendungen irgendwie zwanghaft konstruiert.
Die Geschichte ist aber dennoch sehr unterhaltsam und sorgt auf jeden Fall für den einen oder anderen Lacher.
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Mit  „Madness - Das Land der tickenden Herzen" hat Maja Köllinger die Geschichte von Alice im Wunderland auf etwas modernere Weise neu erzählt und das Ganze in einem Steampunk-Setting stattfinden lassen.
Leider hat das Buch nicht hundertprozentig meinen Geschmack getroffen, da es mir z.B. teilweise an Spannung fehlte. Wer etwas  „schrägere" Geschichten mag, sollte sich  das  Buch aber dennoch zumindest einmal anschauen, denn ein kleines bisschen verrückt ist es allemal. Außerdem wird die Welt so beschrieben, dass man als Leser alles wirklich ganz genau vor Augen hat und einem das Gefühl vermittelt wird, mittendrin im Wunderland zu sein.
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Von  „Lars, mein Freund" war ich gerade aufgrund der hohen Erwartungen, die ich an das Buch hatte, eher enttäuscht. Mir fehlte es nicht nur an Emotionen, auch mit den Charakteren konnte ich mich so gar nicht anfreunden. Die einzige Ausnahme war der am Down-Syndrom leidende Lars, der mir nicht nur durch seine herzerwärmende Art sympathisch war, sondern mich auch durch seine Liebe zu Harry Potter oft zum Schmunzeln gebracht hat.
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 „Fanatisch" von Patricia Schröder ist genau das Richtige für alle Thriller-Fans. Mir hat das Buch besonders wegen der Diversität der Charaktere (die Protagonistin zum Beispiel ist Muslimin) gefallen, zudem ist es politisch brandaktuell und  unglaublich spannend. Ich habe bis tief in die Nacht gelesen, weil ich einfach wissen musste, wie es weitergeht!
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Das romantische Wintermärchen  „Ein Herz aus Eis und Schnee" ist bestens geeignet als unterhaltsame Lektüre für kalte Tage. Dennoch gibt es einige Schwachstellen, die mich persönlich an der Umsetzung gestört haben. Auffällig sind auch die vielen Parallelen zur  „Selection"-Reihe von Kiera Cass, die für viele Fans sicherlich erfreulich sein dürften.
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 „Die Botanicas - Waldgeflüster" von Dana Menzel und Julia Fraczek (Booksdream) wird wohl für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben. Warum? Weil ich das Buch als Testleserin während seiner gesamten Entstehungszeit begleiten durfte und mir die Mädchenbande und die sprechenden Pflanzen, von denen das Buch handelt, einfach unglaublich ans Herz gewachsen sind. Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich mir dann endlich auch mein Exemplar abholen, das natürlich auch gleich von beiden Autorinnen signiert wurde, und ich muss gestehen, ich war unglaublich stolz, es endlich in den Händen halten zu dürfen, obwohl ich nur einen sehr kleinen Teil dazu beigetragen habe! (Na ja, es reichte zumindest, um meinen Namen in die Danksagung zu drucken.😁)
Wenn ihr Lust auf ein spannendes und vor allem auch lustiges Kinderbuch, in dem die  Natur und wahre Freundschaft eine ganz besondere Rolle spielen, habt, solltet ihr die  „Botanicas" auf keinen Fall verpassen!
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Ich bin noch immer etwas unentschlossen, was ich von  „Ocean City - Jede Sekunde zählt" halten soll. Das Buch war nämlich alles andere als schlecht, jedoch fehlte mir irgendwie der Zugang dazu. Vielleicht habe ich es auch einfach zum falschen Zeitpunkt gelesen.
Im Moment liest mein Bruder (12 Jahre), der alterstechnisch wahrscheinlich eher der Zielgruppe entspricht, das Buch und ist begeistert. Ich bin überzeugt davon, dass die Geschichte  auch vielen anderen jungen Lesern gefallen wird.
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 „Scythe - Der Zorn der Gerechten", der zweite Teil der  „Scythe"-Trilogie, konnte mich nach einem etwas holprigen Start genauso fesseln wie der erste Band. Es warten nicht nur hinter jede Ecke unvorhergesehene Wendungen, die einem förmlich den Atem rauben, nein, auch die Charaktere entwickeln sich weiter und stehen vor ungeahnten Herausforderungen. Auch die gesamte Welt, in der die Handlung stattfindet, hat mich erneut in ihren Bann gezogen.
Ich bin ja ohnehin ein riesiger Fan von Neal Shusterman und das hat sich mit diesem Buch erneut bestätigt!
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Nachdem mir  „Die Stille meiner Worte" wieder einmal gezeigt hat, wie sehr ich Ava Reed und ihre Bücher liebe, durfte auch  „Wir fliegen, wenn wir fallen" bei mir einziehen.
Dieses Buch von ihr hat mir zwar nicht ganz so gut gefallen wie ihre anderen, aber das liegt vermutlich daran, dass die Messlatte einfach ohnehin schon sehr hoch gelegt war. Für meinen Geschmack wird die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten Yara und Noel einfach ein wenig zu intensiv beschrieben, aber dennoch ging mir die Geschichte sehr nahe und hat mir auch die eine oder andere Träne entlockt. Ich bin Avas Art, zu schreiben, einfach hoffnungslos verfallen. Ich liebeliebeliebe ihren Schreibstil und bewundere es, wie sie für alles die richtigen Worte zu finden scheint! 
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Kommen wir zum letzten Buch: „Super Bodyguard" von Chris Bradford ist zweifellos sehr rasant und actionreich, leider fehlte es mir sehr an Tiefe. Ich hatte das Gefühl, dass alles nur extrem oberflächlich beschrieben wird, viele Handlungselemente sich immer wieder wiederholen und dass blutige Kampfszenen den größten Anteil an der Geschichte für sich beanspruchen. Und das geht leider vor allem auf Kosten der Charaktere, die alle nur sehr eindimensional wirkten.
 Die meisten Kapitel sind außerdem nur sehr kurz und ich finde, die Handlung hätte sich deutlich mehr ausschmücken lassen.
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Mittwoch, 11. April 2018

[Rezension] Ein Herz aus Eis und Schnee

Hallo ihr Lieben!
Lest ihr eigentlich Bücher von Selfpublishern? Ich ja leider eher selten, obwohl es da einige wirklich vielversprechende Bücher gibt!
Auf „Ein Herz aus Eis und Schnee" von Karolyn Ciseau, die als Selfpublisherin schon fünf Bücher und zwei Kurzgeschichten veröffentlicht hat, war ich wirklich sehr gespannt. Ich durfte nicht nur als Bloggerin bei einer lustigen Schnitzeljagdaktion, in der es darum ging, seinen „Zitatpartnert" zu finden, mitmachen, sondern habe das Buch freundlicherweise auch von der Autorin zugeschickt bekommen, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe.
Wie mir das romantische Wintermärchen gefallen hat, erfahrt ihr nun in meiner Rezension. Viel Spaß!

Autorin: Karolyn Ciseau
Seiten: 303
ISBN 978-1980378891
Preis: 11,99€ (Taschenbuch)


Inhalt:
Auf Prinz Eirik lastet ein Fluch. An seinem siebzehnten Geburtstag wird er zu ewigem Eis erstarren und mit ihm das gesamte Königreich Nascimur. Nur ein Kuss der wahren Liebe kann das Land aus den unbarmherzigen, kalten Klauen von Eis und Schnee befreien. Dreißig Mädchen werden auserwählt, um das Herz des Thronfolgers zu erobern. Auch Farina aus der Wüstenprovinz Terra Sitienti reist in den Norden und taucht ein in die prunkvolle, faszinierende Welt des Palastes. Doch sie will sich auf keinen Fall verlieben. Denn was für den Palast ein Fluch ist, ist für Terra Sitienti ein Segen: Die Menschen müssen dank der Eiszeit endlich nicht mehr Hunger und Durst leiden. Als Farina dennoch Gefühle für den Prinzen entwickelt, setzt sie nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel …


Meine Meinung:
Schon die ersten Seiten des Buches klangen wirklich vielversprechend, denn es ließ sich eine Art Mischung aus der  „Selection"-Reihe und  „Die Schöne und das Biest" erahnen, und ich liebe beide Geschichten wirklich!
Insbesondere Fans von „Selection" werden beim Lesen dieses Märchens sicherlich auf ihre Kosten kommen, denn viele Elemente wie zum Beispiel das Casting, bei dem sich der Prinz ein Mädchen aus dem Volk aussuchen muss, oder auch der skrupellose König, sind geradezu identisch. Nichtsdestotrotz weicht „Ein Herz aus Eis und Schnee" teilweise auch deutlich von der Jugendbuchreihe, die der Autorin als Inspiration gedient hat, ab und geht somit seinen eigenen Weg.


Was mich zugegebenermaßen etwas verwirrt hat, ist, dass das Buch zwar in einer ganz eigenen Welt spielt (für die es auch eine schöne, übersichtliche Landkarte gibt), aber dennoch Aspekte „unserer" Welt auftauchen. So wird zum Beispiel Shakespeare zitiert, der nicht einmal von der Existenz Nascimurs ahnen dürfte. Natürlich ist es absolut legitim, reale Aspekte in eine fantastische Geschichte einfließen zu lassen, aber ich hätte mir da zumindest eine Art kurze Erklärung (zum Beispiel, welche Bedeutung Shakespeare in diesem fiktiven Königreich hat und warum man ihn dort kennt) gewünscht


Teilweise erschien mir die Geschichte etwas vorhersehbar, denn wie bereits erwähnt wurde, lässt sich die Autorin für dieses Märchen von vielen anderen inspirieren. Letztendlich ist es aber auch so, dass man als Leser, insbesondere, wenn man mit Märchen aufgewachsen ist wie ich, das Schema einfach schon kennt - und dafür wiederum hält das Buch doch einige Überraschungsmomente bereit.
Etwas unlogisch erschien mir die Tatsache, dass der König von Nascimur - der Vater des verfluchten Prinzen Eirik -, der das Reich mit eiserner Faust regiert und dabei keinerlei Rücksicht auf andere nimmt, sondern nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, erst etwa drei Monate, bevor Eirik zu Eis erstarren soll, die Bewerberinnen, die das Herz des Prinzen erweichen sollen, ins Schloss holt. Natürlich sorgt das für eine gewisse Dramatik, insbesondere am Ende der recht kurzen Zeit, die Eirik noch bleibt, aber rein logisch betrachtet ergibt es für mich wenig Sinn, erst so spät mit der Suche nach einer Lösung für den Fluch anzufangen.


Die Atmosphäre in dem Buch ist - nicht anders als erwartet - herrlich winterlich und dadurch, dass die Autorin sehr bildhaft schreibt, hatte ich beim Lesen oft alles bis hin zur kleinsten Schneeflocke genau vor Augen. Die Geschichte hat einen ganz eigenen Flair, wie nur Märchen ihn haben, und lädt den Leser damit zum Träumen ein.
Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, denn er ist nicht nur locker-leicht und passt somit gut zur Handlung, sondern lässt sich auch sehr flüssig lesen, sodass ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt habe.


„,Mir bleibt keine Zeit mehr, Farina.' Seine Arme. Ich ziehe scharf die Luft ein. Sie scheinen beinahe durchsichtig." - Zitat


Und dann wäre da noch das eigentliche Kernstück des Buches: Die Beziehung zwischen dem Wüstenmädchen Farina und dem Kronprinzen Eirik. Die sind am Anfang nämlich alles andere als voneinander hingerissen. Insbesondere die starke, unabhängige Farina ist ganz und gar nicht begeistert davon, dass sie praktisch dazu gezwungen wird, um das Herz eines Mannes zu buhlen, den sie gar nicht begehrt.
Natürlich bleibt das nicht so, und schon bald fängt Farina an, wider besseren Willens doch an, Gefühle für Eirik zu entwickeln, was die Autorin sehr schön durch die Metapher eines  „kleinen Vogels" darstellt. (Was genau es damit auf sich hat, erfahrt ihr, wenn ihr das Buch lest.😉)
Doch bevor es so weit ist und die beiden ihr Happy End bekommen, müssen sie eine ganze Reihe an Steinen überwinden, die ihnen in den Weg gelegt werden. Das Ergebnis davon sind nicht nur witzige und schlagfertige Wortgefechte, sondern auch spannende, traurige und wütend machende Szenen.


Das Ende wirkte auf mich etwas plötzlich und hastig im Gegensatz zum Rest der Geschichte. Dennoch wird der Anfang schön wiederaufgegriffen - und natürlich fehlt auch das  „Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage" nicht. Ich hätte es schön gefunden, wenn zum Schluss vielleicht noch einmal die Fee, die für den Fluch verantwortlich war, aufgetaucht wäre, um zu einem noch runderen Abschluss zu kommen, aber im großen und ganzen bin ich doch zufrieden damit, wie die Geschichte ausgegangen ist.


Fazit:
„Ein Herz aus Eis und Schnee" überzeugt vielleicht nicht unbedingt durch eine außergewöhnliche Grundidee und auch die Handlung ist in gewissem Maße vorhersehbar, aber das machen die schlagfertigen Dialoge und die winterlich-märchenhafte Atmosphäre fast schon wieder wett. Als unterhaltsame Lektüre mit einer Prise Magie für kalte Tage  ist das Buch auf jeden Fall bestens geeignet!


Ein großes Dankeschön geht an Karolyn Ciseau für das Printexemplar und dafür, dass ich bei der Bloggeraktion dabei sein durfte!
(Die kostenlose Bereitstellung des Titels hat meine Meinung dennoch in keinster Weise verändert.)

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