Donnerstag, 13. Juli 2017

[Rezension] Liquidator

Autor: Andy Mulligan (aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn)
Verlag:  Rowohlt Taschenbuch Verlag
Seiten: 352
ISBN 978-3499217241
Preis: 16,99€ (Hardcover)

Inhalt:
LIQUIDATOR heißt der brandneue, beliebte Energydrink für Sieger! Er schmeckt fantastisch, alle trinken ihn – er macht praktisch süchtig. Aber keine Sorge: Der Getränkekonzern hat die Zutaten schließlich an ein paar armen Kindern in Afrika getestet. Dass eines davon gerade an den Folgen stirbt, muss ja keiner wissen. Es DARF keiner wissen! Und als Vicky, Katkat, Ben und ein paar andere bei ihrem Schulpraktikum zufällig auf diese furchtbare Wahrheit stoßen, ist der Konzern fest entschlossen, auch sie aus dem Weg zu schaffen. Doch Vicky und ihre Freunde besitzen mehr Siegerqualitäten, als LIQUIDATOR verspricht.

Meine Meinung:
Obwohl mir „Liquidator“ von einer Freundin wärmstens empfohlen wurde, habe ich zunächst zugegebenermaßen eher einen mittelmäßigen Kinder-Thriller erwartet. Dass ich damit völlig falsch lag, wurde mir jedoch schnell klar.
Das Buch wird aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, womit ich mich normalerweise immer schwer tue, da ich persönlich der Meinung bin, so etwas kann, wenn mit den Perspektivenwechseln übertrieben wird, massiv den Lesefluss stören. Hier jedoch passt es perfekt, da es eine sehr vielschichtige Geschichte ist. Zu Beginn geht es letztendlich nur um die neuen Praktikumsplätze der jeweiligen Charaktere, doch nach und nach fließen die Handlungsstränge zusammen und jede Figur spielt, auch wenn man es zunächst nicht erwartet hätte, eine wichtige Rolle. Dabei hat mich besonders beeindruckt, dass trotz der vielen Figuren (und somit Sichtweisen) die eigentliche Handlung nie aus den Augen verloren wird. Sobald man die Charaktere einmal richtig „kennengelernt“ hat, liest sich das Buch wie von selbst.
Womit wir auch gleich zum nächsten Punkt kommen, dem Schreibstil. Teilweise wird der Leser direkt angesprochen, was einerseits etwas kindlich wirkt, andererseits aber auch zum Erzählalter der Protagonisten passt.
 Dennoch ist dieses Buch nicht nur für junge Leser und Leserinnen: Die brandaktuelle Thematik und die spannende, gut durchstrukturierte Handlung macht „Liquidator“ zu einem mitreißenden Leseerlebnis für Personen jeden Alters.
Aber dieser Thriller bietet nicht nur beste Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken an. Denn wer kennt dieses Gefühl nicht, sich manchmal von aktuellen Trends und Werbung betrogen zu fühlen? Vielleicht ignoriert man aber auch einfach nur die Folgen und Hintergründe von gewissen Dingen, um es selbst einfacher zu haben? Das ist hier nicht möglich, soviel steht fest. Die Geschichte des kleinen Jamie, der als Versuchskaninchen für den beliebten Energy-Drink „Liquidator“ herhalten musste und nun todkrank ist, lässt einen so schnell nicht mehr los.
Teilweise hat mir das Buch eine richtige Gänsehaut beschert und konnte mich außerdem zutiefst berühren. Der Gedanke, dass all das in Wirklichheit hätte passieren können (und mit ziemlicher Sicherheit so oder ähnlich auch schon passiert ist, bloß mit ganz anderen Folgen), bleibt noch lange nach der letzten Seite.
Obwohl mich das Buch insgesamt wirklich sehr beeindruckt hat, habe ich einen  kleinen Kritikpunkt. Wenn man das Alter der Protagonisten (zwischen 13 und 14 Jahren) bedenkt, wirkt das, was sie getan haben,  teilweise etwas unrealistisch. So zum Beispiel die Tatsache, dass ein LKW-Fahrer die Teenager mitten in der Nacht ein Stück über die Autobahn mitgenommen hat, ohne sich über die Tatsache zu wundern, dass sie nicht in Begleitung eines Erziehungsberechtigten sind - oder aber, dass sie es schaffen, als Klempner / Bühnenarbeiter zu gelten, als sie versuchen, sich auf einem Charity-Konzert einzuschleichen.
Dennoch bin ich wirklich sehr begeistert von diesem Buch und ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen, da es meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat!

Fazit:
„Liquidator“ ist ein mitreißender All-age-Thriller, der sowohl mit interessanten und vor allem verschiedenen Charakteren als auch mit einem gut durchstrukturiertem Plot überzeugen kann. Spannende und bewegende Lesestunden garantiert!

Samstag, 8. Juli 2017

[Rezension] Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen


Autorin: Sarah J. Maas (Aus dem Amerikanischen von Alexandra Ernst)
Verlag: dtv
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 480
ISBN 978-3-423-76163-5
Preis: 18,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Sie hat ein Leben genommen. Jetzt muss sie mit ihrem Herz dafür bezahlen.
Die junge Jägerin Feyre wird in das sagenumwobene Reich der Fae entführt. Nichts ist dort, wie es scheint. Sicher ist nur eins: Sie muss einen Weg finden, um ihre Liebe zu retten. Oder ihre ganze Welt ist verloren.

 Meine Meinung:
Die Reihe „Das Reich der sieben Höfe“ ist schon lange ein Weltbestseller und wird international gefeiert und in den höchsten Tönen gelobt, deshalb war ich natürlich umso gespannter auf die deutsche Übersetzung.
Allein schon das Cover hat mir die Sprache verschlagen: Der durchsichtige Schutzumschlag hat einen tollen 3D-Effekt, der das Buch von außen zu einem absoluten Hingucker macht, und auch die Farben sind wunderschön und passen zum Titel.
Kommen wir zum Inhalt: Der Einstieg in die von Sarah J. Maas erschaffene Welt rund um Prythian und das Verhältnis zwischen Menschen, Fae und High Fae fiel mir am Anfang zugegebenermaßen etwas schwer. Manche Begriffe klangen für mich zunächst sehr befremdlich und es dauerte eine Weile, bis ich mich in dem Buch zurechtgefunden habe. Die Einstiegsszene erinnert zunächst an „The Hunger Games“ von Suzanne Collins: Ein armes, verhungerndes Mädchen geht mit Pfeil und Bogen jagen, um ihre Familie vor dem sicheren Tod zu bewahren. Ab Kapitel 2 geht das Ganze dann schon in eine völlig andere Richtung. Es tun sich deutliche Parallelen zu „Die Schöne und das Biest“ auf, die sich über den ganzen Verlauf des Buches ziehen, was mir sehr gut gefallen hat, da ich ein großer Fan von Märchen-Adaptionen bin. Nichtsdestotrotz hatte ich nie das Gefühl, die Handlung sei vorhersehbar.

 Gleich zu Anfang der Geschichte werden die Fae als schreckliche und grausame Wesen dargestellt, indem zum Beispiel die Dorfbewohner irgendwelche Schauergeschichten erzählen.  Als Feyre dann nach Prythian kam, war ich deshalb umso gespannter, wie sie in dieser für sie völlig fremden Welt zurechtkommt. Ihr Entführer Tamlin behandelt sie sehr zuvorkommend, was diesem Bild der grausamen Menschenmörder widerspricht. Die Fae des Frühlingshofes erschienen mir sogar relativ sympathisch, und nach und nach schließt man einige von ihnen wirklich ins Herz. Und letztendlich merkt man auch, dass die Perfektion der Fae ihre Grenzen hat.

 Eine tragende Rolle in diesem Buch spielt natürlich die Liebesgeschichte. Hierbei hat mir besonders gut gefallen, dass es nicht von kitschigen Beschreibungen nur so trieft. Der Umschwung von Feyres Hass gegenüber ihrem Entführer bis hin zur tatsächlichen Liebe hat mir eigentlich recht gut gefallen, auch wenn teilweise noch etwas mehr Gedanken und Gefühle von ihr schön gewesen wäre.
Der mit Abstand beste Teil ist meiner Meinung nach jedoch der Showdown, während dem Feyre sich drei Aufgaben stellen muss, um Prythian zu retten. Das Buch wurde wirklich von Seite zu Seite spannender und ich konnte es im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr aus der Hand legen, weil ich wie gefangen in dieser Welt war und mich das Schicksal von Feyre, Tamlin und all den anderen nicht mehr losgelassen hat. Hinzu kommen noch die ganzen Plot Twists,  die den Leser den Atem anhalten lassen. Auch die moralischen Fragen, denen sich unsere Hauptfigur immer wieder stellen muss, machen dieses Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Anhand der Entscheidungen, die Feyre trifft, merkt man deutlich, dass sie sich, auch wenn es zunächst vielleicht nicht so schien, deutlich von anderen Protagonisten unterscheidet.
Was mich ein wenig irritiert hat, ist die Tatsache, dass das Buch ein so abgeschlossenes Ende hat. Ich hätte eher einen Cliffhanger erwartet, der einen am Boden zerstört zurücklässt, aber  tatsächlich hätte dieses Buch auch problemlos als Einzelband durchgehen können.
Dennoch bin ich mehr als begeistert von dem Buch und freue mich schon wahnsinnig auf die Fortsetzung „Flammen und Finsternis“, die voraussichtlich am 04.08.2017  erscheint.

 Fazit:
„Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ ist ein mitreißender Fantasy-Roman, der unter die Haut geht  und noch lange im Gedächtnis bleibt. Der internationale Hype um diese Serie ist absolut berechtigt, denn trotz kleiner Kritikpunkte hat Sarah J. Maas mit diesem Buch ein ebenso außergewöhnliches wie mitreißendes Werk geschaffen. Eine ganz klare Leseempfehlung meinerseits!

 

Dienstag, 4. Juli 2017

Lesemonat Juni 2017


Hey ihr Lieben!
Hier kommt mein Lesemonat Juni. Diesen Monat sind es 17 Bücher mit insgesamt 5.840 Seiten geworden, was ca. 195 Seiten pro Tag entspricht.
Hier findet ihr eine Auflistung aller gelesenen Titel:

-Percy Jackson - Diebe im Olymp (reread)
-Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen (reread)
-Percy Jackson - Der Fluch des Titanen
-Weil ich Layken liebe
-Elanus
-Der Theoretikerclub
-Apple & Rain
-George
-Nur 6 Sekunden
-Evolution - Die Stadt der Überlebenden
-GoodDreams - Wir kaufen deine Träume
-Die längste Nacht
-Young Sherlock Holmes - Der Tod liegt in der Luft
-Opfer
-Harry Potter and the Philosopher's Stone - Ravenclaw Edition (reread)
-Liquidator
-Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen

Meine Monatshighlights sind Liquidator und Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen, beides großartige Bücher, zu denen ich auch noch Rezensionen posten werde.
Neu einziehen durften diesen Monat sieben Bücher, wobei nur die ersten zwei Bücher der Liste selbstgekauft sind, die restlichen fünf habe ich bei der #liesdichweg-Aktion der Thalia-Buchhandlungen gewonnen:

-Harry Potter and the Philosopher's Stone (Ravenclaw Edition)
-Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen
-Tote Mädchen lügen nicht - Filmausgabe
-Sieh nichts Böses
-Der Galgen von Tyburn
-9 Tage wach
-Feel Again (wird gerade auf meinem Instagram-Account verlost, da ich das Buch schon besitze)


Man liest sich!
Isabell